Moderne Sklaverei
Arbeiter für die Fleischindustrie werden mit hohen Vermittlungsgebühren angelockt
In der deutschen Fleischindustrie herrschen immer noch sklavenähnliche Arbeitsbedingungen. Nur so ist es zu erklären, warum in dieser Branche kaum Arbeitskräfte gefunden werden. Fleischkonzerne wie z. B. Westfleisch in Deutschland greifen deshalb auf angeworbene Arbeitskräfte aus Drittstaaten zurück, um sie bei schlechten Arbeitsbedingungen und Niedriglöhnen auszubeuten!
Wie tagesschau 24 berichtete, sind es meistens junge Männer aus Drittstaaten wie Indien und Vietnam, die nach Deutschland kommen. In deren Heimatländern werden solche Hungerlöhne gezahlt, dass der deutsche Mindestlohn noch verlockend ist! Dazu ein erschütternder Bericht einer Familie: "Meine Familie hat ihr ganzes Gold verkauft", berichtet ein junger Mann gegenüber Monitor. Er kam erst im vergangenen Jahr aus dem indischen Bundesstaat Kerala für einen Job bei Westfleisch nach Deutschland.
Kein Einzelfall – etliche Arbeiter von Westfleisch berichten von hohen Gebühren, darunter Männer aus Vietnam: "Nach unserer Hochzeit hatten meine Frau und ich noch etwas Geld übrig. Den Rest habe ich mir dann von Nachbarn, Verwandten und Geschwistern geliehen", erzählt einer der Männer. Westfleisch bezahlt Fachkräfte wie Hilfskräfte. Für das Fachkräfte-Visum müssen die Arbeiter irgendeine akademische Qualifikation nachweisen – und können dann in Deutschland als Fleischer arbeiten, einem Ausbildungsberuf.
Aus Lohnabrechnungen, die Monitor einsehen konnte, geht jedoch hervor, dass sie nur als Produktionshelfer bezahlt werden. Indische Arbeiter berichteten, dass Westfleisch sie in der Probezeit entlassen hat, nur weil sie krank waren! Sie verloren nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihre Unterkunft, weil das Fleischmonopol auch häufig die Wohnung stellt und die Miete direkt vom Lohn einbehält!
Neben der eintretenden Obdachlosigkeit droht diesen Menschen auch die Versagung des Aufenthaltsrechts in Deutschland. Obwohl der Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Karl-Josef Laumann (CDU), diese Praktiken der Fleischindustrie als Verstoß gegen die Würde des Menschen bezeichnet, sieht er heute keinen Grund für die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen – ganz im Sinne dieser Fleischkonzerne!