Essen

Essen

1. Mai Nazifrei

Am 01. Mai steht Essen ein großer Nazi-Aufmarsch ins Haus. Ausgerechnet am Tag der Arbeit wollen Nazis mitten durch die Innenstadt marschieren.

Essen stellt sich quer (ESSQ), Pressemitteilung vom 25.04.2026
1. Mai Nazifrei
(Grafik: ESSQ)

Wir möchten euch über alle bislang bekannten Details informieren und aufrufen, euch den Gegenprotesten anzuschließen.

Wohin am 01. Mai?

Wir haben mehrere Versammlungen in der Essener Innenstadt angemeldet, um einen Gegenprotest in Sicht- und Hörweite zu schaffen. Eine entsprechende Karte veröffentlichen wir noch. Wir rufen alle Menschen dazu auf, sich der DGB-Demo am Rüttenscheider Markt anzuschließen:

DGB-Demo

Rüttenscheider Markt
Bis 11:45 Uhr Sammelphase
Ab 12 Uhr Aufzug in Richtung Innenstadt

 

Für die, die über den Hauptbahnhof anreisen, gibt es die Möglichkeit, sich uns am Hinterausgang anzuschließen:

Essen stellt sich quer Demo

Freiheit/Steile Lagerung (Hinterausgang Hauptbahnhof)
Ab 12:00 Uhr
Einreihung in die DGB-Demo um ca. 12:30 Uhr
Aufzug zum Hirschlandplatz

Roter Teppich für Nazis? Über die Rolle der Polizei

Seit Februar dieses Jahres ist der Polizei bekannt, dass mehrere Hundert Nazis durch die Innenstadt marschieren wollen. Am 15.03.2025 taten sie es bereits. Wie damals hält die Polizei auch dieses Mal aktiv Informationen zu dem Nazi-Aufmarsch zurück. Damit wird versucht Gegenprotest möglichst zu behindern. Weder wollte die Polizei auf Anfrage mitteilen, wo die Nazis sich sammeln, um wie viel Uhr sie es planen oder wo sie lang laufen wollen.

 

Bei allen anderen Versammlungen, die an diesem Tag stattfinden, war die Polizei problemlos bereit, die Informationen zu veröffentlichen. Dieses Messen mit zweierlei Maß kritisieren wir stark. Unserer Ansicht nach hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wo und wann 500 gewaltbereite und teils vorbestrafte Nazis durch die Innenstadt laufen. Am 15.03.2025 ist aufgrund einer ähnlichen Verschwiegenheitstaktik der Polizei eine Schulklasse nichtsahnend direkt in die Arme der Faschist*innen gelaufen. Das Geheimhalten von Informationen ist für uns eine direkte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.

 

Grund hierfür scheint schlicht Bequemlichkeit der Polizei zu sein. Je weniger Gegenprotest, desto einfacher der Einsatz am Tag. Dass Versammlungsfreiheit aber zugunsten von polizeilicher Bequemlichkeit eingeschränkt wird, halten wir für einen Skandal. Die Nazis unterdessen bedanken sich für die "sehr guten" Kooperationsgespräche. Die Öffentlichkeit bleibt weiter im Unklaren.

...

Warum der 01. Mai?

Der 01. Mai gehört den Gewerkschaften und Arbeitnehmer*innen. Seit 1933 missbrauchen die Nazis den Tag den Tag für ihre politische Propaganda. Die Gewerkschaften waren erklärter Feind der Nazis. Am 02. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften von den Nazis zerschlagen.

 

In Essen wollen die Nazis im Stadtteil Kray ihre seit 2012 existierende Landesparteizentrale weiter ausbauen und zu einem prestigeträchtigen "Stützpunkt" ausbauen, wie einst in Dortmund-Dorstfeld. Dass sie bundesweit am 01. Mai nach Essen mobilisieren untermalt ihren Anspruch in Westdeutschland wieder weiter Fuß zu fassen. Dazu haben sie für sich das "Kampfjahr 2026" ausgerufen, das sie kollekitv in der "Kanonenstadt", wie sie Essen nennen, verbringen möchten.

 

Das Ziel ist klar: Stärke in Westdeutschland beweisen und Anspruchshaltung auf Essen als neue Zentrale demonstrieren.