Recklinghausen

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Wir müssen über Teilzeitarbeit und „Minijobber“ in Deutschland sprechen

Die folgende Korrespondenz ist aus einem Beitrag auf der Montagskundgebung am 13. April entstanden:

Korrespondenz
Wir müssen über Teilzeitarbeit und „Minijobber“ in Deutschland sprechen
Originalfahrrad: mit 3 Zentnern vollbeladen den Berg hinauf? (foto: privat)

Wir müssen über Teilzeitarbeit und „Minijobber“ in Deutschland sprechen. Das hört sich so harmlos an. Das sind in Deutschland etwa 7 Millionen Beschäftigte bei den "Minijobs". Viele erhalten 13,90 Euro pro Stunde, das ist der Mindestlohn. Damit kriegt man etwa 560 Euro netto raus. Und weil da keiner von leben kann, muss man aufs Amt.


Firmen nutzen das zur Lohndrückerei. Vom Mindestlohn kann man nicht leben. Viele müssen zum Amt und aufstocken. Im Grunde zahlen wir dann deren Lohndrückerei mit unseren Steuergeldern. Und am Ende kann niemand von der Rente leben.

 

In Recklinghausen gibt es viele Firmen, die das so machen. Ein Beispiel dafür ist die Vertriebsfirma Pressevertriebsgesellschaft vest GmbH. Firmen wie diese haben ein paar Hundert Mindestlohnbeschäftigte, die uns jeden Morgen die Zeitungen in den Kasten werfen. Bekanntlich wurde der Mindestlohn von 12,82 Euro um 1,08 Euro auf 13,90 Euro erhöht. Wie soll man denn davon leben bei diesen Preisen?


Zusteller berichten, dass zum 1. Januar 2026 die Größe der Bezirke verändert worden ist. Da muss viel mehr Arbeit für die gleiche Zeit gemacht werden. Und sie berichten, dass das oft in einer Art und Weise passiert, die für die Zusteller kaum machbar ist. Die Taschen sind im Vergleich zu früher viel schwerer. Mit Tageszeitungen, dicken Wochenendausgaben und Werbung wiegen Taschen mit Fahrrad 80 kg! Und mit dem eigenen Körpergewicht kommt man leicht auf über 3 Zentner!

 

Mit den voll beladenen, extrem schweren Rädern muss man dann von der Innenstadt den Quellberg, die Cäcilienhöhe oder die Dorstener Straße hoch. Sie haben nur eine 3-Gang-Schaltung. Immer wieder werden die Bezirksgrößen angepasst. Da werden dann Zusteller mit Trackern versehen und ihre Bewegungen werden kontrolliert. Wenn dann da die Leistung junger Studierender als Vorlage genommen wird, wie soll das denn von den Älteren zu schaffen sein?

 

Und die Studierenden machen das während der Semesterferien, die übrigen das ganze Jahr hindurch – auch bei Regen und Kälte.

Das ist eine menschenunwürdige Behandlung! Wir erheben die Forderung:

  • Anhebung des Mindestlohns auf 15 Euro und mehr!
  • Einschränkung von Minijobbs und Teilzeitarbeit!
  • Anhörung und Mitspracherecht bei der Ausgestaltung der Bezirke!
  • Einsatz von E-Bikes mit abnehmbaren Akkus als Arbeitsräder!