Mercedes-Benz und Daimler Truck
Unsere Verantwortung?
Die Korrespondenz "Unsere Verantwortung?" ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen, „Die Stoßstange“, erschienen.
Seit 2021 wurden in Düsseldorf insgesamt 1853 Arbeitsplätze vernichtet. Auch wenn außer den ca. 1000 Leiharbeitern bislang niemand offen entlassen wurde, sind die Arbeitsplätze unwiederbringlich weg und fehlen der Zukunft der Jugend. Und wir, die wir jetzt an den Bändern stehen, spüren tagtäglich, wie viel anstrengender die Arbeit geworden ist.
Mit dem weiteren Umbau und Neubau der Produktionslinien wird in den nächsten Jahren die Produktivität so enorm steigen, dass man nur noch vielleicht ein Drittel der jetzigen Belegschaft braucht. Bis heute schweigen die Verantwortlichen dazu, wie das laufen soll.
Werden wir mit trügerischer Ruhe nur stillgehalten, bis die Bombe platzt? So oder so, es ist ein Irrweg zu glauben, dass sie die Dauernachtschicht wieder einführen würden, wenn wir jetzt länger arbeiten – als Dank. Auf diese Herausforderung können wir nur mit dem Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz antworten und um eine Verkürzung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich kämpfen. Das geht nur, wenn wir sowohl den Mut haben, selbstständig zu kämpfen und die IG Metall zu unserer Kampforganisation in der Praxis machen. Nur so kann Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden. Dazu müssen wir aber in die Offensive und uns frei machen von jeder Rücksichtnahme auf die Profite! Für den Kapitalismus und seine Krisen und Kriege tragen wir nicht die Verantwortung – wohl aber dafür, ob wir ihn bekämpfen!