Neu auf der Webseite des Revolutionären Weg
Sozialistisches China: "Ein Arbeiter nach Abschluß der Hochschule"
Die Redaktion des theoretischen Organs der MLPD, des Revolutionären Weg, veröffentlicht auf ihrer Webseite regelmäßig Rezensionen, Briefwechsel und Auseinandersetzungen aus der theoretischen Arbeit der MLPD. Am 16. April hat sie einen Artikel aus der Peking Rundschau aus dem Jahr 1975 online gestellt: "Sozialistisches China: 'Ein Arbeiter nach Abschluß der Hochschule'"
Rote Fahne News dokumentiert einen Auszug des Artikels mit Link zur ungekürzten Version.
Ich trat 1952 als Arbeiter in die Werkzeugmaschinenfabrik Schanghai ein. Später wurde ich Leiter der Reparaturgruppe in der Werkhalle Nr. 2. Der Weisung des Vorsitzenden Mao vom 21. Juli 1968 – »Man muß den Weg der Werkzeugmaschinenfabrik Schanghai gehen, Techniker aus der Arbeiterschaft heranzubilden.« – folgend, errichtete unsere Fabrik im September 1968 eine sozialistische Hochschule neuen Typs – die Arbeiterhochschule »21. Juli«. Meine Bitte um Aufnahme wurde, nachdem sie von den Massen unterstützt worden war, von den zuständigen Leitungsorganen genehmigt. Ich bin einer aus der ersten Gruppe von Arbeiterabsolventen, die am 21.Juli 1971 von der Hochschule abging. Seither bin ich wieder in der Reparaturgruppe als Arbeiter tätig.
Eine wichtige Maßnahme
Die Abtrennung der geistigen von der körperlichen Arbeit ist ein Produkt des Privateigentums. Ihr Gegensatz ist eine Verkörperung des Klassengegensatzes. Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit in körperliche und geistige hat, weil sie die Arbeitsproduktivität erhöhte und so die kulturelle Entwicklung der Menschheit förderte, in der Geschichte eine gewisse fortschrittliche Rolle gespielt. Doch muß man sehen, daß diese Arbeitsteilung in den vergangenen Jahrtausenden zu einer der Deformierung in der Entwicklung des Menschen geführt hat. ...
Nach der Befreiung wurde in China die sozialistische Umgestaltung des Eigentums an den Produktionsmitteln durchgeführt. Das Resultat war, daß sich der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit, wie er in der alten Gesellschaft in voller Schärfe bestanden hatte, grundlegend verändert. Die breiten Massen der Intellektuellen dienen nicht mehr der Grundherrenklasse und der Bourgeoisie, sondern dem Volk. Mit der Vertiefung der sozialistischen Revolution erhöhten die Intellektuellen stetig ihr Bewußtsein dafür, daß sie ihre Weltanschauung umformen müssen. ...
Mit den überlieferten Ideen brechen
Daß ein Hochschulabsolventen ein Arbeiter wird, das ist etwas Neues. Weil es die überlieferten Ideen herausfordert, muß es auf Hindernisse stoßen. Kurz vor meinem Studienabschluss nahm ich an der Projektierung einer großen Rund-Schleifmaschine in der Schleifmaschinen-Entwicklungsabteilung unseres Werkes teil. Damals sagte ein Genosse zu mir: »Ich hoffe, daß du bei uns bleibst und als Techniker arbeitest, wenn du dein Studium abgeschlossen hast.« Ich antwortete: »Ich will als Arbeiter in die Werkhalle zurück.« Darauf der Genosse: »Du bist wirklich komisch, willst nicht einmal in unserer Abteilung arbeiten.« Ich sagte: »Getroffen! Genauso ein ›komischer‹ Student will ich sein, der nach dem Abschluß wieder als Arbeiter in die Produktion geht.«
Als ich in die Hochschule aufgenommen worden war, schärften mir die alten Arbeiter unserer Gruppe immer wieder ein, ich dürfe auch dort niemals vergessen, daß ich ein Arbeiter bin. Sie freuten sich sehr und begrüßten mich herzlich, als ich wieder in unsere Gruppe einzog. Aber es gab da einige Arbeiter, die meine Handlungsweise nicht verstehen konnten. Einer »bedauerte« meine Entscheidung und sagte: »Du hast einige praktische Erfahrung und auch Erfolg beim Studium gehabt. Warum in aller Welt bestehst du darauf, wieder den Hammer zu schwingen? Leute wie du sollten leitende Kader sein, oder doch mindestens Techniker!«