Palästina

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Siedlerterror im Westjordanland - Protestdemo in Tel Aviv

Seit dem 7. Oktober 2023 bis Ende März 2026 wurden 3.700 Fälle von Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser und Palästinenserinnen im Westjordanland dokumentiert. Es gibt unzählige Videos von Plünderungen und Zerstörung, immer wieder werden Palästinenser getötet - allein zwölf Tote gibt es schon in diesem Jahr.

Von gis

Im Schatten des Irankriegs verschärft die faschistische Netanjahu-Regierung ihren Vertreibungsfeldzug gegen die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland weiter. Das ist ungezügelter Terror, der weltweit an den Pranger gehört! Die deutsche Bundesregierung muss endlich ihre Waffenlieferungen an Israel und alle Beziehungen zu den staatlichen israelischen Institutionen beenden!

 

Mitten in Tel Aviv haben diese Woche 1.000 Menschen auf dem Platz vor dem großen Theater gegen die Siedlergewalt demonstriert. Aufgerufen hat "Standing together", eine Bewegung, in der jüdische und palästinensische Israelis gemeinsam für Frieden kämpfen. "Wir setzen uns aktiv dafür ein, die israelische Gesellschaft davon zu überzeugen, dass der Siedlerterrorismus im Westjordanland nicht nur den Palästinensern schadet, sondern auch der israelischen Gesellschaft selbst," so einer der Aktivisten. Die Siedler sind in seinen Augen Terroristen, die ins Gefängnis gehören.

 

Vertreter der großteils faschistischen Siedler besetzen Schlüsselpositionen in der israelischen Regierung. Mehr als 100 völkerrechtswidrige Siedlungen wurden zusätzlich allein seit Ende 2022 legalisiert, seitdem die Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu im Amt ist. Auch Waffen bekommen die Siedler von der israelischen Regierung.

 

Der israelische Aktivist Odet Yedaya geht ein bis zwei Mal in der Woche zu bedrohten Palästinensern im Westjordanland. Protective Presence, schützende Anwesenheit, nennen sie das. Dabei gerät er selbst in Gefahr: Es gibt Fotos von Oded vom letzten November, die zeigen ihn blutüberströmt. Er berichtet, passiert sei das in der Nähe von Ramallah:

 

"Auf einmal kamen zehn Siedler mit Stöcken und Steinen. Sie haben uns zusammengeschlagen. Wir rannten das Tal hinunter. Sie warfen große Steine. Der erste traf mich in den Rücken. Der zweite hier, zwischen Auge und Ohr. Ich war voller Blut. Ich verlor das Bewusstsein. Ich hätte dort sterben können, so viel Blut hatte ich verloren. Palästinenser haben mich in die Klinik gebracht. Jetzt kann ich die Augenbraue nicht mehr heben. Aber ich bin wieder auf zwei Beinen und mache weiter mit der Protective Presence." (Quelle: tagesschau.de)

 

Es ist ein bedeutsames Signal, dass sich jüdische Israelis in dieser Weise engagieren. Sie nennen es "Aufstand der Anständigen". 

 

Video der ARD-Korrespondentin Sophie von der Tann