Maschinenbau-Gipfel
Salon "Rüstungsboom 2026+“ soll Salon der Kriegsprofiteure werden
Der Maschinenbau-Gipfel Salon "Rüstungsboom 2026+: Was der Maschinenbau jetzt wissen und tun muss" findet am 29. April in Rheinmünster statt.
Früher wäre ein Maschinenbau-Gipfel mit einem solch militaristischen Titel nicht denkbar gewesen. Aber angesichts der „Zeitenwende“ zur Vorbereitung eines neuen Weltkrieges will auch der Maschinenbau von der Umstellung auf eine Kriegsproduktion profitieren. Als Podiumsteilnehmer ist Bernd Kögel, Oberst a. D. und ehemaliger Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik (DWT), eingeladen.
In einem Interview mit dem Fachmagazin Produktion macht Kögel klar: „Verglichen mit der Zeit vor dem Krieg in der Ukraine erleben wir eine Verdreifachung der Verteidigungsausgaben bis 2029. Das ist zugleich Chance und Herausforderung für die Verteidigungsindustrie.“ Kögel weiß, wie er die Maschinenbau-Konzerne und Großbetriebe an ihren Profitinteressen packen kann. Und zwar an nachhaltigen, staatlich abgesicherten Profiten, wenn er sagt: „Während die gesamtwirtschaftliche Situation stagniert und in wichtigen Teilen sogar rückläufig ist, sind die Auftragsbücher der Verteidigungsindustrie langfristig gut gefüllt. Betriebswirtschaftlich macht es also Sinn, sich der Verteidigung zuzuwenden.“
Als Profi berücksichtigt Kögel, dass dennoch so manches Unternehmen mit diesem neuen Metier noch etwas fremdelt – auch weil es zum bisherigen Firmenimage nicht so recht passt. Deshalb appelliert Kögel an das patriotische Gewissen, wenn er sagt: „Es geht (auch) um die Verteidigung Europas und Deutschlands, um unsere Werte und unsere Freiheit. Ich sehe hier eine unternehmerische Verantwortung, die weit über das eigene Unternehmen hinausgeht!“ Eine solch uneigennützige, staatstragende Einstellung würde mancher der Industrie gar nicht zutrauen.
Ob das allerdings die Arbeiter oder Ingenieure in den Maschinenbau-Betrieben genauso sehen, ist nicht ausgemacht. Schließlich haben z. B. viele Ingenieure studiert, um mit technischen Lösungen und Prozessen zum gesellschaftlichen Fortschritt und Umweltschutz beizutragen. Auch wissen die Beschäftigten, dass sie nicht vom Krieg profitieren, sondern im Gegenteil dafür bluten müssen: heute an der Tankstelle oder im Supermarkt und morgen unsere Jugend mit dem Leben an der Front.