Stellungnahme der MLPD-Landesleitung Nordrhein-Westfalen

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Ja zu Olympischen Sommerspielen an Rhein und Ruhr!

In insgesamt 17 Städten in NRW, in denen Wettkämpfe stattfinden sollen, kann diese Woche noch abgestimmt werden, ob sich die Region Rhein-Ruhr für die Olympischen Sommerspiele für 2036 oder 2040 oder 2044 bewerben soll.

Ja zu Olympischen Sommerspielen an Rhein und Ruhr!
Sportstätten gibt es an Rhein und Ruhr in Hülle und Fülle - hier auf dem Baldeney-See können Ruderwettkämpfe ausgetragen werden (shutterstock_1873022023)

Wir haben dies intensiv beraten und unterstützen die Bewerbung und empfehlen, bei der Befragung mit Ja zu stimmen.

 

Sport ist ein elementares Lebensbedürfnis der Massen und für Jung und Alt wichtig, für die Gesundheit und ein allseitiges Leben. Deswegen sind wir auch für die Förderung des Breitensports in dialektischer Einheit mit dem Leistungssport. Die Begeisterung und sportlichen Leistungen regen auch Mut, Kampfgeist, Ausdauer und Disziplin an für unsere eigene Selbstveränderung, um Leben und den Kampf für die Befreiung zu meistern.

 

Im Rheinland und im Ruhrgebiet wären solche Spiele eine Freude für Fans und die Bevölkerung. Hier leben seit Jahrzehnten unterschiedliche Nationen zusammen, arbeiten in großen Betrieben wie Ford oder Thyssenkrupp. Das wurde auch bei der WM 2006 oder bei den Ruhrgames deutlich. Wo Besucher aus aller Welt von der Begeisterung und Weltoffenheit im Ruhrpott und im Rheinland schwärmten. Also wäre das nicht toll, sozusagen „mitten drin“ bei so großen internationalen Wettkämpfen zu sein? Und das nicht nur am Bildschirm? Und es gibt ja auch „im Kleinen“ viele positive Momente und Erlebnisse, die zu Recht begeistern. Deswegen lehnen wir olympische Sommerspiele, als Ort der Begegnung, der Sportfreude und der Völkerfreundschaft nicht generell ab.

 

Natürlich gibt es prinzipielle Gründe, dagegen zu stimmen, wie z.B. gegen die Olympiade in Katar. Es gibt auch berechtigte Kritiken und Gründe an diesen Olympischen Spielen bei uns. Die Regularien und Knebelverträge des olympischen Komitees dienen den großen internationalen Konzernen, die Hauptsponsoren sind. Sie erzielen Riesenprofite durch festgelegte Knebelverträge, die von den Kommunen bezahlt werden müssen. Zudem sind es die internationalen Konzerne, die Sportstätten bauen oder auch modernisieren. Das bedeutet Verschwendung von gesellschaftlichem Reichtum und Umweltzerstörung. Geschätzte 6 Milliarden Euro ließ sich der italienische Staat das Spektakel der Winterspiele kosten. Die Steuerzahlen müssen die Milliarden aufbringen für neue Sportstätten und die notwendige Infrastruktur. Der Profisport ist zu einer Goldgrube für Internationale Konzerne und Spekulanten geworden.

 

Zugleich werden Sportstätten und Schwimmbäder in überschuldeten Kommunen geschlossen! Das lehnen wir ab und verbinden unsere Empfehlung, mit Ja zu stimmen, auch damit, Forderungen aufzustellen: Dass die Kosten nicht auf die Kommunen abgewälzt werden, dass die Versprechen eingehalten werden, z.B. nicht sinnlose Anlagen zu bauen, weil die meisten Sportstätten vorhanden sind. Auch, dass der öffentliche Nahverkehr nicht nur für die Spiele, sondern dauerhaft ausgebaut und modernisiert wird. Gerade auch angesichts der Spritpreise dieser kostenlos zu nutzen ist.

 

Wir sind nicht dafür, das - wie angedacht - ein Olympiastadion im Kölner Stadtteil Kreuzfeld gebaut wird, das nachher wieder abgerissen werden soll. Dazu gehört auch, dass die ganzen Spiele dem Umweltschutz dienen und nicht zu weiterer Umweltzerstörung führt. Deswegen verbinden wir unsere Empfehlung auch damit, dass genau dieses Zusammenleben, gemeinsame Feiern und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen muss, entgegen jeglicher Versuche, die olympischen Spiele im „eigenen Land“ zu nutzen für eine nationalistische Stimmungsmache.

 

Versuchen die herrschenden Konzerne und Regierungen, dass wir uns mit anderen „Nationen“ in Konkurrenz sehen, die Klassenunterschiede vergessen und vor allem die Verursacher der Krisen nicht ins Visier nehmen. Deutlich wird, dass sie solche gigantischen Sportevents zur Profitmacherei ausnutzen und nicht zur notwendigen Förderung des Breitensports und dem solidarischen Prinzip. Die deutsche Regierung nutzt solche Großevents immer, um von der eigenen Politik abzulenken und sogar genau zu der Zeit Verschlechterungen und Angriffe auf die Bevölkerung durchzusetzen. Nutzen wir die olympischen Spiele, uns mit den Menschen aus anderen Ländern zu verbinden.

 

Ein positives Beispiel, wie so etwas geht, war die Sportpolitik des Sozialismus, die in der damals sozialistischen Sowjetunion und im China Mao Zedongs entwickelt wurde. Sie schloss auch internationale Großereignisse ein, wie die Weltjugendspiele, die seit 1947 zu Höhepunkten der internationalen sozialistischen Jugendbewegung wurden. Rund 34 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt nahmen 1957 in Moskau teil. „»Freundschaft im Wettkampf« ist eine wegweisende proletarische Losung und Pionierarbeit für eine dialektische Einheit von Leistungs- und Breitensport, die bis heute die sozialistische Jugendbewegung und ihre Sportereignisse inspiriert und anfeuert.“ („Die Krise der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften, der Religion und der Kultur“ S. 166)

 

In dem Sinne stärken wir mit gemeinsamen Sport den Jugendverband REBELL und die Kinderorganisation Rotfüchse in Einheit mit der sozialistischen Jugendbewegung. Lernen wir alles um uns fit zu halten! Für internationale Völkerfreundschaft und Freundschaft im Wettkampf und olympische Spiele in diesem Sinne! Förderung des Breitensports und Ausbaus der Sportstätten im Rheinland und im Ruhrgebiet, Unterstützung der Vereine und nicht nur warme Worte wie von Ministerpräsident Wüst! Kommt zum internationalen Pfingstjugendtreffen mit Sportereignissen, wie den „Spielen ohne Grenzen“ und Fußballturnier! Wir freuen uns über eine streitbare Diskussion dazu!