MAN / VW Everllence
Hände weg von unseren Arbeitsplätzen und Löhnen!
Dieser Artikel ist aus der aktuellen Ausgabe der Zeitung von Kollegen für Kollegen, „Knippstange“. Diese Zeitung kommt ursprünglich von den Kollegen, die bei MAN Diesel & Turbo gearbeitet haben. Daraus wurde dann später MAN Energy Solutions. Heute firmiert das Unternehmen als Everllence und gehört zum VW-Konzern. Der Name des Motorenbauers, der unter anderem in Augsburg und Oberhausen produziert, mag sich geändert haben. Die Kolleginnen und Kollegen schreiben aber immer noch ihre Zeitung, die nach wie vor erscheint.
„Bis zur Sommerpause“ soll die Entscheidung gefallen sein, welcher Finanzinvestor VW Everllence abkauft, und zwar zu 51 Prozent. VW hat zwei Industriespezialisten aus der Liste möglicher Käufer gestrichen und nur noch Investoren wie EQT zugelassen.
Es wurden – mehr als erwartet – 8 Milliarden Euro geboten. VW und Porsche würden dann ungefähr 4 Milliarden Euro von EQT erhalten und hätten zugleich zukünftig eine „lukrative Finanzquelle“ (Handelsblatt, 12.3.2026 und 18.2.2026). Mit EQT steht einer der größten Vermögensanleger der Welt als Käufer bereit, der für „Maßnahmen zur Margenverbesserung“ bekannt ist.
Schon jetzt ist die Rede davon, dass „harte Zeiten“ auf uns Kolleginnen und Kollegen zukommen und dass wieder Arbeiterlöhne gekürzt werden sollen. Dazu stellen wir fest: 1. Wir befinden uns nicht in einer Tarifrunde und haben niemandem eine Berechtigung erteilt, über unsere Löhne zu verhandeln. 2. Wir lassen uns nicht spalten in Kollegen mit dann dreierlei Tarifen, dem „alten“ Tarif, dem schlechten „bayerischen“ Tarif und einem „neuen“, noch schlechteren. 3. Angesichts der Inflation von 2,7 Prozent im März ist eine Forderung nach Lohnnachschlag aktuell.
Außerdem: Anfang 2026 wurden bei Everllence Auszubildende nach der Lehre stillschweigend nicht übernommen. In den letzten Monaten wurde ein Viertel der 425 Stellen in Deggendorf vernichtet. D. h., der Kampf um jeden Arbeitsplatz hat schon jetzt begonnen. Den Kampf gegen eine „Margenverbesserung“ auf unsere Kosten müssen wir schon während der Verkaufsverhandlungen beginnen und Druck aufbauen! Zum Beispiel durch Pausenversammlungen oder Betriebsratsinformationen. Dazu sollten Kollegen auch Verantwortung übernehmen, als neue, junge Vertrauensleute der IG Metall oder in der MLPD.
Keine Vernichtung von Arbeitsplätzen!
Unbefristete Übernahme nach der Lehre!
Verteidigung der Tarifbindung!
Investitionen in Umweltschutztechnologien!