Bielefeld
Fahrpreiserstattung? Pustekuchen!
Das folgende Schicksal einer Bahnreisenden können sicher viele Leserinnen und Leser nachvollziehen:
Frohen Mutes fuhr ich in Bielefeld mit dem RE6 los. Die Abfahrt war um 8 Uhr – Ankunft in Düsseldorf sollte um 10.05 Uhr sein.
Nachdem unser Zug kurz vor Dortmund nicht weiterfahren konnte, weil ein vorausfahrender Zug ein technisches Problem hatte, fuhr er nach langem Hin und Her rückwärts mit 20 km/h nach Kamen zurück. Dort hieß es erst: Der Zug fährt weiter bis Düsseldorf (normalerweise fährt er bis Köln). Zehn Minuten später wurde mitgeteilt: Er fährt nur bis Dortmund. Also schnell umsteigen in den RE1, der hatte allerdings auch Verspätung – wegen einer Weichenstörung. Letztendlich landete ich dann um 13.11 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof, mit gut drei Stunden Verspätung.
Die einfache Strecke kostet 25,80 Euro. Bei zwei Stunden Verspätung werden laut Angaben der DB oder des National Express 50 Prozent erstattet, also 12,90 Euro. Das wird im Internet überall so kommuniziert.
Nachdem ich eine Entschädigung beantragt hatte, kam aber eine Ablehnung, da meine Erstattung 4 Euro nicht übersteigen würde. Nach telefonischem Rückruf (wow, die Möglichkeit gab es jedenfalls) wurde mir mitgeteilt, dass es sich ja bei mir um ein sogenanntes Einzelticket handelte und deshalb pro Fahrt nur 1,50 Euro erstattet würden.
Dieses Beispiel zeigt anschaulich, wie marode unser öffentlicher Bahnverkehr ist und wie die Masse der Bevölkerung auf den Kosten sitzen bleibt.