April und Mai
Das Umweltbewusstsein belebt sich – vielfältige Umweltproteste angekündigt
Für den 18. April rufen der BUND, Campact, Deutsche Umwelthilfe, Fridays for Future, Germanwatch und German Zero zu Demonstrationen gegen die reaktionären Energiepläne von Wirtschaftsministerin Reiche in Hamburg, Berlin, Köln und München auf.
Fridays for Future plant dazu am 24. April Märsche zu den Parteibüros von SPD und CDU. Mit der von den Herrschenden betriebenen Renaissance der Atomkraft und der Erneuerung von Atomwaffen erhält auch der 40. Tschernobyl-Jahrestag am 26. April erhöhte Bedeutung. Es fühlen sich Anti-AKW-Aktivisten herausgefordert und es sind Informationsveranstaltungen und einige Mahn- und Protestaktionen angekündigt. Ende Gelände führt Aktionstage und ein Klimacamp vom 28. bis 30. Mai im Ruhrgebiet gegen Gaskraftwerke und Aufrüstung durch. Das sind Anzeichen der Belebung des Umweltbewusstseins. Auch die Schulstreiks gegen die Wehrpflicht am 8. Mai sind hier nicht bedeutungslos, denn der imperialistische Krieg bedeutet immer auch massive Umweltzerstörung.
Illusionen und viel Klärungsbedarf
Es ist gut, dass sich zur Umwelt wieder eine breitere gesellschaftliche Debatte entfaltet. Die MLPD wird sich mit ihren Umweltgruppen an den Aktivitäten beteiligen. Viele Fragen über den Ernst der Lage, den Zusammenhang zu Faschismus und Krieg und die weitere Perspektive des Umweltkampfes sind zu klären. Die MLPD unterstützt die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien. Das ändert aber noch lange nichts an der kapitalistischen Produktions- und Konsumptionsweise, die gesetzmäßig und systematisch den Raubbau an den Lebensgrundlagen der Menschheit fortsetzen wird. Wer „System Change“ und „Revolution“ will, muss sich von reformistischen Illusionen lösen und sich für den revolutionären Kampf für den echten Sozialismus entscheiden.
Klärungsbedarf besteht auch zur Geringschätzung der Wirkung der kleinbürgerlich-faschistischen Denkweise. So versuchen die modernen Faschisten unter anderem, die Angst um Arbeitsplätze in der Autoindustrie mit der Hetze gegen Umweltschützer zu kanalisieren und verbreiten eine kleinbürgerlich-egoistische Denkweise, nach dem Motto: ich lasse mich doch nicht bevormunden, welches Auto ich fahre. Den Beeinflussten muss geholfen werden, mit solchen Einflüssen fertig zu werden. Demos gegen Faschisten reichen allein nicht!
Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen
469 Seiten
29 €
Der modernen Antikommunismus verunglimpft den Kampf für eine sozialistische Gesellschaft und die Ideale des Kommunismus. Mit der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise wollen die Herrschenden die gewachsene antikapitalistische Stimmung besonders unter der Jugend desorientieren und zersetzen. Strategiedebatte über einen gesellschaftsverändernden Umweltkampf braucht weltanschauliche Offenheit. Gib Antikommunismus keine Chance!
Internationaler Umweltratschlag setzt Maßstäbe
Die Aktivitäten sind eine gute Gelegenheit, den Internationalen Umweltratschlag bekannt zu machen und dafür zu mobilisieren. Er findet unter dem Motto „Umweltalarm! - höchste Zeit aktiv zu werden“ vom 23. bis 25. Oktober in Stuttgart statt. 2024 beschloss die Umweltkonferenz in Potsdam diesen Ratschlag und setzte Maßstäbe für die weitere internationale Strategiedebatte: „Im April 2024 kamen in Potsdam, Deutschland, ca. 500 Menschen aus 13 Ländern zusammen, um unter dem Motto 'Die Zeit für Bewusstseinsbildung, Mut und Handeln ist jetzt! Wir brauchen einen gesellschaftsverändernden Kampf!' Es war ein hoffnungsvoller Anfang einer weltweiten dringend nötigen Strategiediskussion, Koordinierung und Kooperation gegen die sich entwickelnde globale Umweltkatastrophe! Die Basis gemeinsamen Handelns wurde als demokratisch, überparteilich, antifaschistisch und ohne antikommunistische Vorbehalte definiert, und es wird Wert auf finanzielle Unabhängigkeit gelegt.“ (Pressemitteilung der Koordinierungsgruppe, 23.3.2026)
Der Internationale Umweltratschlag beginnt Freitag mit einer Auftaktkundgebung. An den folgenden beiden Tagen werden in drei Themenblöcken Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht über den Umfang der Schäden an der Umwelt, Erfahrungen im Kampf gegen die Zerstörung der Lebensräume und über Strategien eines gemeinsamen, weltweiten gesellschaftsverändernden Umweltkampfes beraten. Man kann sowohl in Präsenz als auch online teilnehmen (mehr auf http://umweltstrategiekonferenz.org/). Mit den Themen, der Organisationsform und Prinzipien ist der Internationale Umweltratschlag sehr gut geeignet, die Strategiedebatte zu führen und verbindliche Formen der Koordination und Koordinierung des internationalen Kampfs gegen die globale Umweltkatastrophe zu fördern.
Umwelt- und Arbeiterbewegung gehören zusammen!
Die Tatsache, dass der Internationale Umweltratschlag in einem Zentrum der Automobilindustrie, der Industriearbeiter und des Umweltkampfs, wie Stuttgart 21, stattfindet, ist ein guter Ausgangspunkt für die Diskussion, an wen sich die Umweltbewegung richten muss. Statt Appellen an die Monopolparteien von CDU und SPD, wie sie Fridays for Future am 18. April plant, schlägt die MLPD vor, sich an die breiten Massen, die Arbeiter und die Jugendlichen zu wenden. Deswegen sollten die Aktivitäten aber auch genutzt werden, um das internationale Pfingsjugendtreffen im SInne eines breiten Bündnisses gegen Faschismus, Krieg und Umweltzerstörung zu bewerben - hier können jugendliche direkt aktiv werden! Der Aufbau einer internationalen Widerstandsfront braucht den Zusammenschluss der Arbeiter aller Länder und Unterdrückten, dafür ist die Vereinigung von Arbeiter und Umweltbewegung von ausschlaggebender Bedeutung.
Bewusstseinsbildung in den Mittelpunkt
Die MLPD wird sich im April, auch sichtbar am 1. Mai und an der Demonstration „Gegen Faschismus und Krieg“ am 8. Mai im Ruhrgebiet beteiligen. Der Kampf mit umweltpolitischem Profil muss heute den Hauptstoß gegen Faschismus und imperialistische Kriege richten, die derzeitigen Hauptursachen der Umweltzerstörung. Der Vertrieb des Buches „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ wird Mittel und Leitlinie der Bewusstseinsbildung sein.
Die Demonstrationen am 18. April finden in Hamburg, Berlin, Köln und München statt und beginnen um 12 Uhr (mehr unter https://erneuerbare-energien-verteidigen.de/). Von Fridays for Future sind bisher Aktivitäten am 24. April an 38 Orten angekündigt.