Thüringen
Neugründung: Betriebliches Friedenskomitee schreibt IG-Metall-Spitze
Wie die Online-Plattform "Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften" berichtet, gründeten Arbeiter in Nordthüringen ein betriebliches Friedenskomitee. Sie wendeten sich in einem Offenen Brief, der auf der Homepage dokumentiert ist, an die Führung der IG Metall. Die Rote Fahne Redaktion zitiert daraus auszugsweise:
Liebe Kolleginnen und Kollegen des IG-Metall-Vorstandes, liebe Kollegin Benner, es gibt Zeiten, in denen kann man schweigen und es gibt Zeiten, in denen Schweigen Verrat wäre. … Wir können und wollen zu der unentschlossenen bis inkonsequenten Haltung des IG-Metall-Vorstandes und des DGB in der Frage der Umstellung auf Kriegsproduktion und der damit verbundenen Kriegstreiberei der Regierung nicht schweigen. ...
Jetzt muss es doch heißen: Kampf um jeden Arbeitsplatz – Senkung der Wochen- und Lebensarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich! Warum macht die IG Metall nicht diese Forderung auf? Warum verleiht sie dieser berechtigten Forderung nicht den entsprechenden Nachdruck mit Streiks und Massenprotesten?
Weiter heißt es in §2 (der Satzung der IG Metall, Anm. RF-Red.): „Sie bekennt … und setzt sich für die Sicherung und den Ausbau des sozialen Rechtsstaates … für Frieden, Abrüstung und Völkerverständigung und den Schutz der natürlichen Umwelt zu Sicherung der Existenz der Menschheit ein.“
Liebe Kollegin Benner, Du hattest gemeinsam mit Frank Werneke, Vorsitzendem der Ver.di, gewerkschaftliche Aktionen gegen den „Herbst der Grausamkeiten“ im Jahr 2025 angekündigt. Wir stehen „Gewehr bei Fuß“. Wann kommen die dringend notwendigen Massendemonstrationen? … Die Kolleginnen und Kollegen erwarten zu Recht, dass aus Euren Worten Taten werden!...
Unsere Urgroßväter und -mütter haben es an den Vorabenden zweier Weltkriege nicht verstanden, ihren wahren Gegner zu erkennen, und haben dem deutschen Großkapital, den Junkern, Großgrundbesitzern und den Militaristen die Waffen und Munition produziert, mit denen sie dann auf ihre Brüder und Schwestern anderer Völker gehetzt wurden …
Wir erleben im Moment eine Tendenz zu einer akuten faschistischen Gefahr … Um dieser Gefahr wirksam entgegentreten zu können, ist es unseres Erachtens dringend geboten, Unvereinbarkeitsbeschlüsse gegen die Arbeiter– und Gewerkschaftsfeinde wie Mandatsträger und Mitglieder der AfD zu beschließen. So muss endlich das Verbot der AfD durch die DGB-Gewerkschaften offensiv gefordert werden – genauso wie das allseitige und vollständige gesetzliche Streikrecht!
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Mit solidarischen und kollegialen Grüßen die Mitglieder der IG Metall und des Friedenskomitees