Leninstatue

Leninstatue

Reaktionäre Position der Kritiker der Lenin-Statue - Einschub

„Wie kannst Du den reaktionären Kaiser Wilhelm und Bismarck auf eine Stufe mit Lenin stellen“, macht sie mich an.

Von Georg Makowski

„Das geht schon mal gar nicht. Die Kritiker der Lenin-Statue setzen den verbrecherischen Krieg Putins mit Lenin gleich. Verschweigen bewusst, dass seit 1956 in der DDR und der damaligen Sowjetunion der Sozialismus verraten und ein bürokratischer Kapitalismus errichtet worden ist. Russland unter Putin hat als neuimperialistisches Land völkerrechtswidrig die Ukraine überfallen und verheizt Hunderttausende Soldaten. Im Gegensatz dazu hat Lenin mit der Novemberrevolution den von allen Seiten ungerechten Ersten Weltkrieg beendet und einen Friedensvertrag mit erheblichen Landabtretungen abgeschlossen.“

 

„Was Du nicht alles weißt! Aber wie ist das mit der kommunistischen Diktatur?“ „Schau mal nach, seit wann es den Lenin in Schwerin schon gibt und warum.“ Also mit dem Internet kenn’ ich mich aus. Gesagt, getan. Und was krieg ich raus? Die Statue wurde 1985 in Gedenken an die Enteignung der Großgrundbesitzer 1945 in der DDR und in Erinnerung an Lenins „Dekret über Grund und Boden“ errichtet. Die Enteignung war doch ne gute Sache, sag ich zu mir. Aber, „Dekret, was ist das schon wieder“, will ich wissen.

 

Jetzt läuft meine Frau zur Hochform auf. „Lenin hat nach der Oktoberrevolution als erstes zwei Dekrete, also Gesetze, unterschrieben. Das erste zur Beendigung des Krieges und das zweite über Grund und Boden. Das Dekret machte die von den Bauern selbst formulierten Forderungen zur Sozialisierung des Bodens unmittelbar zum Gesetz. Also Demokratie für die Masse der Bauern, Enteignung der Großgrundbesitzer. So funktioniert die von den Kapitalisten gefürchtete Diktatur des Proletariats.“

 

Da hat se mal wieder einen rausgehauen. Mir brummt der Kopf bei so viel Geschichte. Aber interessant. Und plötzlich überkommt mich ein Gedanke: Wenn Lenin weder mit der Diktatur der SED noch was mit dem Krieg Putins zu tun hat, Politik für den Frieden, für die Arbeiter und Bauernmassen gemacht hat, der großen Mehrheit wirkliche Demokratie gebracht hat, „vielleicht geht es den Lenin-Gegner gar nicht um die Aufarbeitung irgendwelcher Verbrechen, sondern um was ganz anderes.“

 

„Da bist du auf der richtigen Spur“, antwortet meine Frau. „Aufarbeiten ist notwendig. Aber das Motiv ist entscheidend. Geht es darum aus Fehlern zu lernen oder dienen die Fehler dazu, den Sozialismus zu verwerfen. Die Lenin-Gegner wollen den Gedanken an den Sozialismus, an die großen welthistorischen Erfolge der Sowjetunion und die hoffnungsvollen Ansätze beim Aufbau des Sozialismus in der DDR mit der Lenin-Statue einschmelzen. Mit der Statue mag es ihnen vielleicht gelingen, aber den Drang der Menschen nach dem Sozialismus können sie nie auslöschen, im Gegenteil!“