Thüringen
Ostermarsch in Suhl: Breites Bündnis für den Frieden
Der diesjährige Ostermarsch in Suhl, organisiert von der Friedensinitiative der Stadt, war besser besucht als im vergangenen Jahr. Etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich zu einer Kundgebung unter dem Zeichen des Friedens – damit etwa doppelt so viele wie im Jahr zuvor.
Organisiert wurde die Aktion von der Friedensinitiative Suhl, vertreten waren zahlreiche Organisationen und politische Gruppen wie die Partei Die Linke, die DKP, das BSW, sowie verschiedene kleinere Initiativen und Friedensgruppen. Auch die MLPD nahm an der Kundgebung teil und war mit Umhängen, Schildern, Fahne und klaren Forderungen nach Beendigung aller imperialistischen Kriege, nach Frieden und einer sozialistischen Gesellschaft sichtbar vertreten. Insgesamt war die Atmosphäre unter den Teilnehmern offen und solidarisch, und es konnten viele gute Gespräche geführt werden – eine Erfahrung, die von den Teilnehmern als sehr positiv bewertet wurde.
Bereits vor Beginn der Redebeiträge kam es zu zahlreichen Gesprächen mit interessierten Besuchern. Dabei konnten auch einige Exemplare der Zeitung „Rote Fahne" sowie Bücher, unter anderem „Krieg und Frieden und die sozialistische Revolution" von Willi Dickhut, verkauft werden. Das Interesse an politischen Diskussionen und Literatur war spürbar vorhanden, auch wenn – wie so oft – nicht jedes Interesse sofort zu einem Kauf führte.
Im Verlauf der Kundgebung gab es etwa zehn Redebeiträge. Inhaltlich ähnelten sich viele Beiträge in ihrer Forderung nach einem Ende der Kriege und in ihrer Kritik an der aktuellen Politik der Bundesregierung. In mehreren Redebeiträgen wurde jedoch vor allem die Regierungspolitik kritisiert, ohne die tieferliegenden gesellschaftlichen Ursachen zu benennen. Erst am Schluss konnte nach kurzer Diskussion und Ruf aus dem Publikum „Lass ihn reden" ein Vertreter der MLPD reden, nachdem die Kundgebung schon beendet wurde mit einem Lied von Prinz Chaos.
Im Redebeitrag der MLPD wurde daher besonders die Systemfrage aufgeworfen. Es wurde darauf hingewiesen, dass Kriege im Kapitalismus und Imperialismus keine Zufälle sind, sondern aus den wirtschaftlichen und politischen Interessen der herrschenden Konzerne und Monopole entstehen. Frieden sei unter diesen Bedingungen oft nur eine Pause zwischen den Kriegen, in der aufgerüstet und neue Konflikte vorbereitet werden. Dauerhafter Frieden erfordere daher grundlegende gesellschaftliche Veränderungen. In der Diskussion wurde unter anderem auch die Auffassung geäußert, man brauche keine „Brandmauern", weder nach links noch nach rechts. Dem wurde entschieden widersprochen mit dem Hinweis auf die historischen Erfahrungen Deutschlands, insbesondere auf die Ereignisse nach 1933 und die verheerenden Folgen des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs. Der Redebeitrag der MLPD erhielt Beifall aus dem Publikum. Insgesamt wurde der Ostermarsch in Suhl von den Teilnehmern als erfolgreiche und ermutigende Veranstaltung eingeschätzt. Die gestiegene Teilnehmerzahl, die offenen Diskussionen und das große Interesse an politischen Gesprächen zeigen, dass der Wunsch nach Frieden und gesellschaftlichen Alternativen für viele Menschen weiterhin ein wichtiges Anliegen ist.