Nahostkrieg
Verhandlungen in Islamabad haben begonnen
Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif hat die Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad für eröffnet erklärt. Sie sollen bis Sonntag dauern.
Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf „freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen“. Ein nachhaltiger Friede in der Region erscheint unter den jetzigen Vorzeichen in weiter Ferne, wo bereits die vereinbarte Waffenruhe äußerst brüchig ist.
Delegationen aus Teheran und Washington sind in der pakistanischen Hauptstadt eingetroffen. Der US-Delegation gehören neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, an. Vance warnte den Iran Teheran davor, „Spielchen zu spielen“. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Mohammed-Bagher Ghalibaf geleitet, ihr gehört auch Außenminister Abbas Araktschi an. Parlamentspräsident Ghalibaf hatte am Freitagnachmittag erneut eine Waffenruhe im Libanon und die Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte zur Bedingung für den Beginn von Gesprächen gemacht.
Die USA stimmten einem iranischen Insider zufolge der Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zu. Das sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft. Ein Vertreter der US-Regierung dementierte am Samstag jedoch Berichte über die Freigabe. Sowohl die israelischen Angriffe im vergangenen Jahr als auch der Krieg Ende Februar erfolgten inmitten laufender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA.
Die USA haben einen Fünfzehnpunkteplan vorgelegt, der unter anderem das Ende des iranischen Atom- und Raketenprogramms fordert. Aus Teheran liegt ein Zehnpunkteplan vor, in dem der Iran die Kontrolle über die Meerenge am Persischen Golf für sich beansprucht und Mautgebühren für die Durchfahrt verlangt. Zudem werden eine Aufhebung aller internationalen Sanktionen sowie ein Ende aller Militäreinsätze in der Region gefordert.
Israels Premier Netanjahu hält sich nicht an die Waffenruhe und bombardiert den Libanon weiter. Er kündigte an, am Dienstag direkte Gespräche mit der libanesischen Regierung führen zu wollen.