Gedicht zum Abschluss der Familienstudienwoche in Daaden

Gedicht zum Abschluss der Familienstudienwoche in Daaden

Im Sozialismus – was ist da anders?

Die MLPD Rheinland-Pfalz – Hessen – Saarland hat eine Familienstudienwoche in der Zehntscheune in Daaden im Westerwald durchgeführt. Dieses Gedicht ist zum Abschlussfest der Studienwoche entstanden:

Korrespondenz

Am Donnerstag, 2. April, ist unsere wunderschöne und erfolgreiche Familienstudienwoche zu Ende gegangen. Nicht nur die Erwachsenen haben fleißig studiert, auch die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren haben sich einen Nachmittag ans Studieren gewagt mit der Broschüre „Warum die Jugendbewegung sozialistisch sein muss“. Die Leiter des Jugendstudiums haben ihre Eindrücke zum Abschlussfest in einem Gedicht verarbeitet. (Die Namen wurden abgeändert.)


Ich bin nur ein kleiner Wicht, 
und dichten kann ich nicht. 


Auf die vielen Fragen, könnt ihr zum Abschlussfest beitragen? 
Muss ich sagen – das kann ich leider nicht. 


Aber warte mal, da war doch was …besonderes Besonderes in dieser Woche. 
Jugendstudium mit Durchblick  
das war doch schick? 


Wie war denn das gewesen, nur gähnen und viel lesen?
Mal überlegen:
Hannah und ich diskutierten hin und her, was da wohl das Beste wär’. 
Was sagen denn die schlauen roten Bücher? 


Karl Liebknecht sagt: Die Arbeiterjugend kein Eia popeia singen lassen, kein Schlaf, Kindlein, schlaf, auch wenn sie das wollen.

Kräftige und aufrüttelnde Gedichte und Artikel, Kampfeskost brauchen sie, und langweilig werden, das sollte es nie.  Auch Mao Tsetung sagt, die Jugend sei die aktivste und lebendigste Kraft der Gesellschaft 

 

Begierig zu lernen, nicht konservativ im Denken. 
Na, dann brauchen wir ihnen ja nichts zu schenken. 

 

Erst hatten sie nicht so wirklich Bock, aber warum? 
Wer da nicht nachfragt, der ist selber dumm. 
Klar, nach der Kinderbetreuung braucht man erstmal ’ne Pause, 
dann kann sie losgehen, die Studiums-Sause. 

 

Was sagt das rote Buch noch? 
Nicht trocken und nüchtern, 
sagt Ernst Thälmann zur Arbeit mit der Jugend. 
„Mehr Lebendigkeit, mehr Begeisterung, mehr Bewegung, mehr Leidenschaft in die Arbeitsmethoden“ – das ist  hier die wichtigste Tugend. 
Wir brauchen Magnete für die Arbeiterjugend hin zum REBELL. 
Trocken und eintönig, unpersönlich, leidenschaftslos diskutieren, das macht man schnell. 

 

Weltfremd quatschen, das sollte keiner, und wer das nicht ändert,
sondern sogar an „politischer Arterienverkalkung“ leidet, 
der wird dann einer, den die Jugend meidet.

 

Ok, Methode und Maßstab wurden nun klar, 
wir starten um 2, hoffentlich sind alle da. 

 

Alle am Start, wir hören erstmal, warum Stefan Engel – manche wissen es schon,
in Deutsch erst ne 5 hat und jetzt Bücher schreibt - 
ja klar, weil es nötig ist für ein besseres Leben und die Revolution.

 

Mia fordert, aber nicht erst am Schluss, müssen wir mal reden 
– was ist eigentlich echter Sozialismus? 
Warum gibt’s den in echt, warum ist Kapitalismus denn schlecht? 

 

Die Erkenntnisse kamen nicht mit einem Knall, 
wir lernten was über Gesetzmäßigkeiten
zum Glück hatten wir Lasse, die Physik und den gelben Ball 

 

Kapitalismus, da gehört die Autofabrik dem Kapitalisten mit dem Hut 
gesellschaftlich wird produziert, angeeignet privat, 
das finden nur die Reichen gut. 
Sie wollen immer mehr Geld, Macht und Land, 
Sina weiß, sie führen Kriege, mit dem Staat unter ihrer Hand. 

 

Im Sozialismus – was ist da anders? Er ist ein Übergang in eine Gesellschaft ohne Klassen. 
Die Fabrik gehört dann den Arbeitern und den Massen, 
der Kapitalist mit seinem Hut, findet mit Überzeugung auch das Arbeiten gut. 
Damit er nicht wieder an die Macht kommt, da hilft nur,
von den Arbeitern eine besondere, proletarische Diktatur 

 

Es blieben noch einige offene Fragen, 
wir konnten noch zu wenig über den Kommunismus sagen. 


Wie ist es da, gibt’s immer Kaugummi für alle? 
Wer entscheidet da was, und wird noch gewählt? 
Da sieht man: Fürs Überzeugen ist das Studium wichtig und zählt.

 

Am Ende war vor allem klar: Es war ein guter Start. 
Wir hatten alle Spaß und sind ganz schön smart.

 

Durchblick brauchen wir, wie nun jeder weiß. 
Und für die Kultur in der Pause – Sonne und Eis. 

 

Der verratene Sozialismus war auch noch Thema, der war nicht gut, 
da bekamen Bürokraten den Kapitalistenhut, 
erzählen weiter, es ist Sozialismus, aber das waren Lügen, 
die Arbeiter sollten sich trotzdem fügen. 
Frida meint, damit das nicht passiert, müssen alle alles lernen und kontrollieren können.