Kampf bei Bosch
Für die Zukunft der Jugend
Bosch-Chef Hartung sagte: wenn nicht 22 000 Boschler freiwillig bis Ende 2027/28 gehen, wird in Deutschland betriebsbedingt gekündigt, werden Werke geschlossen. Was steckt dahinter? Die Produktion in China und Indien neu organisieren im Konkurrenzkampf um immer neuen Maximalprofit.
Bosch investierte bei E-Autos weltweit bereits 6 Mrd. Euro entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Halbleitern bis zu kompletten Antriebsachsen. In Pune/Indien soll ein Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Tata 2026 den Betrieb starten.
Die Autokonzerne und Bosch als Zulieferkonzern führen auf unserem Rücken eine Vernichtungsschlacht. Die Trump Regierung in den USA geht dabei zu Eroberungskriegen über zur Kontrolle der Öl- und Rohstoffversorgung und die Bundesregierung beteiligt sich mehr oder weniger daran. Der Aufbau einer Kriegswirtschaft und die Wehrpflicht sind kein Ausweg für die Jugend.
„Dann müssen meine Kinder halt nach China ziehen“, eine nicht ernst gemeinte, resignierte Antwort eines älteren Kollegen. Ein junger Schichtarbeiter, der gerade befristet neu eingestellt wurde: „klar bin ich an unbefristetem Arbeitsplatz interessiert“. Ein älterer Schichter: „beim Bosch sind auch Werksschließungen in der Luft – Da bin ich bereit den Kampf um Arbeitsplätze vorzubereiten, auch für die Jugend“.
Boschler protestierten an Aktionstagen auf der Schillerhöhe in Feuerbach, Leinfelden, Schwäbisch Gmünd, Waiblingen. Hartung brüstet sich damit, dass in fast allen Standorten der Mobilitätssparte mit der IGM und den Betriebsräten Vereinbarungen zum Abbau erzielt wurden.
Die Vereinbarungen sind ein süßes Gift
Zwei Jahrgänge der Auszubildenden werden übernommen. Abfindungen und Vorruhestandsregelungen dämpfen den Abgang. Doch der Abbau und die Verlagerungen sollen damit hingenommen werden. Die Kampfbereitschaft für die Arbeitsplätze der Jugend wurde damit hintergangen. Sind wir IG-Metaller daran gebunden? Nein, das ist nicht unser gewerkschaftliches Grundverständnis.
Die internationale Verbund-Produktion und -Forschung erzielte seit den 90‘er Jahren materiell einen riesen Produktionsfortschritt der Großindustrie. Den Nutzen müssen wir uns erkämpfen, auf Kosten der Profite. Wir sind der Fortschritt, nicht „Kostenfaktoren“. Ein Maß des Fortschritts der Menschheit gegen Ausbeutung ist vom gewerkschaftlichen Grundverständnis seit Marx: die Begrenzung der Länge des Arbeitstages und der Arbeitswoche.
Was ist zu tun?
„Das Schlimmste verhindern“, so rechtfertigt Gesamtbetriebsrat Frank Sell die Vereinbarungen. Das reicht nicht. Die Jugend braucht Zukunft. IG Metaller sind im Kampf um jeden Arbeitsplatz nicht an diese Vereinbarungen gebunden und streiten für unbefristete Arbeitsplätze für die Jugend. Am besten geeignet ist die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich, denn eine Verteilung der Arbeit auf mehr Schultern schafft Millionen Arbeitsplätze.