Spritpreise
Dieselpreise explodieren – trotz Überangebot in Deutschland
Noch nie waren die Dieselpreise an den Tankstellen so hoch wie in den vergangenen Tagen. Welecher normale Mensch soll dass denn noch bezahlen? Es wird so getan, als läge das an einem zu geringen Angebot, an der Blockade der Straße von Hormus oder an was auch immer. Das sind aber alles "Enten". Deutschland exportiert momentan sogar Diesel.
Von pw
Deutschland ist normalerweise Netto-Importeur von Diesel. Aber: Deutsche Anbieter exportieren seit Anfang März 2026 unter anderem Diesel und Heizöl rheinabwärts in die Region Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen.
Das ist klare Profitmaximierung auf Kosten der Masse der Verbraucher:
- In Deutschland herrscht derzeit kein Mangel, sondern sogar Mengendruck: Die Nachfrage nach Heizöl ist nach den Hamsterkäufen zu Kriegsbeginn stark eingebrochen, der Dieselabsatz im Verkehr liegt unter Erwartung. Es gibt einen Überschuss.
- Statt diesen Überschuss günstiger im Inland zu verkaufen und die extrem hohen Tankstellenpreise (Diesel teilweise über 2,50 Euro/Liter) zu senken, exportieren die Konzerne lieber. Dort erzielen sie höhere Preise.
- Gleichzeitig bleiben die Raffineriemargen für Diesel auf Rekordniveau – höher als seit dem Ukrainekrieg 2022. Die Konzerne kaufen oder produzieren den Kraftstoff weiterhin günstig (aus früheren Lagern oder heimischen Raffinerien) und verkaufen ihn teuer. Das ist der klassische Mitnahmeeffekt: Krieg als Vorwand für Extra-Profite.
Das zeigt klar: Bei den erhöhten Preisen geht es maßgeblich um die Monopolprofite der Mineralölkonzerne, nicht um eine „Kostenweitergabe“. So geht Kapitalismus!