Fluchen über den Spritpreis
Die Grünen und Götz von Berlichingen
Diese Woche stieg nun der Preis für einen Liter Diesel auf den historischen Höchststand von über 2,50 Euro.
Halleluja zu diesem späten Triumph von Grünen/Bündnis 90. Endlich ging der wegweisende Traum ihres Parteitagsbeschlusses von 1998 in Erfüllung. Hatten sie doch seinerzeit - getarnt als „Ökosteuer“ - für die kommenden zehn Jahre eine schrittweise Erhöhung der Spritpreise auf 5 DM pro Liter gefordert. Sie handelten sich dafür massenhaft heftige Kritik ein, von all denen, die auf Verbrennerfahrzeuge angewiesen waren. Freilich verloren sie damit an Ansehen als Protest-/Umweltpartei, brachen bei Wahlumfragen ein und fast hätten sie damals den Einzug in den Bundestag verpasst.
Doch die Ölkonzerne waren natürlich vom Sprit für 5 DM pro Liter begeistert; und es war auch eine Empfehlung zum Wandel der Grünen zur Monopolpartei und zur Regierungsbeteiligung. Damit es nicht fortlaufend im Motor der Grünen zu Fehlzündungen über den Spritpreisvorschlag kam, beeilte sich das Sprachrohr der Grünen, die TAZ, am 30.08.2014 zu texten, dass der Vorschlag überhaupt nicht von ihrer Partei stamme. Dahinter habe eigentlich der FDP-Politiker Heinrich Freiherr von Lersner gesteckt. Dieser war bis 1995 der erste Chef des Umweltbundesamtes, der obersten Umweltbundesbehörde in Deutschland, und hat diese 21 Jahre lang geleitet. Er war offenbar nicht unbedingt von unedlen Motiven zum Umweltschutz getrieben. Denn allem bürgerlichen Freiheitsgerede der heutigen FDP zum Trotz, dass jeder so schnell fahren, wie er und machen kann, was er will, forderte von Lersner auch schon Anfang der 1980er Jahre ein Tempolimit von 100 Km auf Autobahnen. Ihm wird auch die Einführung des Katalysators, der Rauchgasentschwefelung bei Kraftwerken und Ausstieg aus der Asbestproduktion zugeschrieben.
Vielleicht verspürte der 2014 verstorbene von Lersner auch nur den inneren Wunsch, einen anderen Weg zu gehen als seine Vorfahren. Immerhin war er ein Nachfahre des aus den Bauernkriegen sattsam bekannten Ritters Götz von Berlichingen. Dieser hatte 1525 am Bauernkrieg teilgenommen, verriet die Bauern aber im entscheidenden Augenblick. Geblieben ist von ihm sein vulgärer Spruch dabei: Ach leckt mich doch im A …
Heute mag derartiges Fluchen über hohe Spritpreise angebracht sein, ändert aber nichts grundlegend. Damals zogen die revolutionären Bauern aus ihrer Niederlage die passende Schlussfolgerung: „Geschlagen ziehen wir nach Haus – die Enkel fechten's besser aus“. Was bedeutet das heute anderes als Schluss zu machen mit dem Imperialismus, seinen Heilspredigern und seinem ganzen Krisenchaos, seinem Ausweg in Umweltzerstörung, Faschismus und Krieg. Die einzige Alternative bedeutet - vorwärts zum echten Sozialismus! Das erfordert heute vor allem: Die revolutionäre Arbeiterpartei MLPD zu stärken und ihren Jugendverband REBELL!