Saarland/Lothringen
ZF – Voit: Deutsch-französische Freundschaft gefragt
Über Kleinblittersdorf fuhren wir heute nach Grosbliederstroff (= Großblittersdorf) in Frankreich, weil wir erfahren hatten, dass die Kollegen von der Fonderie Lorraine bereits seit über einer Woche im Streik stehen.
Hier werden Alugussteile für die Automobilindustrie hergestellt. Die Firma ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Voit (51% Anteile) und ZF (49% Anteile und produziert praktisch ausschließlich für ZF. Der Voit-Mutterbetrieb, der auch ganz überwiegend für ZF produziert, will den Betrieb mit ehemals über 1000 Beschäftigten im Laufe des Jahres komplett schließen, weil ZF die Aufträge jetzt in Billiglohnländer vergibt, obwohl Voit gerade mal 20 km von ZF entfernt ist.
Die Fonderie Lorraine (Lothringer Gießerei) hat noch Aufträge, die aber immer weniger werden. Die Belegschaft streikt jetzt, weil 69 Kollegen von ca. 350 gehen sollen ohne Klarheit über die Zukunft der Arbeitsplätze oder des Werkes. Wir sprachen, überwiegend über einen Dolmetscher, mit zwei Gewerkschaftern. Sie berichteten: Sie wollen Klarheit über die Vorstandspläne und die Arbeitsplätze erhalten. Es gebe aber keine ausformulierten Forderungen. Sie befürchten, dass ZF das Werk ganz übernimmt und dann die Produktion verlagert.
Die Gewerkschaften CGT, CFDT und FO arbeiten eng zusammen und haben ein gemeinsames Spendenkonto eingerichtet. Es gibt kein Streikunterstützung. Sie bekommen große Unterstützung von ihren Frauen, darüber hinaus aber keine von Organisationen, wie IG Metall oder Parteien, sie haben keinen Kontakt zu ZF-Kollegen. Allerdings sei ein Vertrete des RN (faschistische Partei le Pens) mal da gewesen. Nach einer Vorladung durch das Gericht in Sarreguemines (Saargmünd) mussten sie die LKW-Blokade einstellen.
Trotzdem: „Wir haben die Lage unter Kontrolle, niemand arbeitet“. Sie sind weiter kampfentschlossen, aber sie wissen nicht, wie lange der Streik noch aufrechterhalten wird, da zur Stunde die Gewerkschaften mit der Betriebsleitung verhandelten. Was sie sich an Unterstützung wünschen, fragten wir noch, und sie sagten: Macht Werbung für unsere Sache. Wir machen hiermit den Anfang und versprachen, wiederzukommen. Wir, das waren ein ehemaliger Gießereiarbeiter, ein tunesischer Kollege von Palästina muss leben und ein Vertreter der MLPD Saarbrücken.