Gelsenkirchen
Umfrage: Für oder gegen Olympische Spiele in Deutschland
Im September 2026 steht beim Deutschen Olympischen Sportbund die Entscheidung an: Mit welcher Stadt beziehungsweise mit welcher Region bewirbt sich Deutschland für die Ausrichtung der Spiele? Die Münchner haben sich bereits mehrheitlich dafür ausgesprochen. Jetzt sind noch Berlin, Hamburg und Nordrhein-Westfalen mit der Region Rhein-Ruhr gefragt.
Die Frage lautet: "Sind Sie dafür, dass sich (ihre Stadt) an der gemeinsamen Bewerbung der Region Rhein/Ruhr um die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044 beteiligt?". In NRW beteiligen sich 17 Gemeinden bzw. Städte. Stimmberechtigt sind alle EU-Bürgerinnen und -bürger ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in einer dieser Gemeinden wohnen. Die Abstimmung muss in einer Stadt mit über 100.000 Einwohnern mit mindestens 10 Prozent dafür, in kleineren Kommunen liegt das Quorum höher, enden. Wenn die Mehrheit der gültigen Stimmen plus erreichtes Quorum nicht erreicht wird, dann kann diese Stadt sich nicht mehr weiter an der Olympia-Bewerbung beteiligen.
Natürlich wird die Frage in vielen Städten leidenschaftlich diskutiert und es gibt einige bedenkenswerte Einwände. So werden die Kosten für die letzten Olympischen Spiele in Paris 2024 mit Gesamtkosten von über 6,6 Milliarden Euro geschätzt. Woher kommt das Geld? Das IOC trägt einen Großteil der finanziellen Mittel zur Ausrichtung durch Medienrechte und Sponsoring der Olympischen Spiele. Darüber hinaus ermöglicht es den Organisatoren, die olympischen Rechte in ihrem Gebiet zu vermarkten und den Ticketverkauf zu organisieren. Paris brachte 2024 ca. 5 Mrd. Dollar ein. Davon kommt aber nur ein kleiner Teil bei den Athleten an und der Rest beim IOC.¹
Die Gegner verweisen darauf, dass Olympische Spiele oft nur kurzlebige wirtschaftliche Effekte bringen und die Städte auf hohen Kosten sitzenbleiben. Besser sei es, lieber in den Breitensport zu investieren, statt in ein risikoreiches Mega-Event.
Umfrage von AUF Gelsenkirchen
Das kommunalpolitische Bündnis AUF-Gelsenkirchen hat in seinen Reihen eine Umfrage gemacht. Natürlich wurden auch Bedenken eingebracht, aber letztlich war die Mehrheit für eine Zustimmung zur Bewerbung. Denn: Neben den Bedenken gibt es gute Argumente dafür. Dies brachte Mahmoud so auf den Punkt: „Ich finde es gut, wenn die Olympischen Spiele in unsere Region kommen. … Zum einen bringt Olympia positive Aufmerksamkeit und ein besseres Image für unsere Stadt, die oft nur mit negativen Schlagzeilen in Verbindung gebracht wird.
Internationale Veranstaltungen können zeigen, dass Gelsenkirchen mehr ist und Potenzial hat. Zum anderen können Investitionen in Infrastruktur, Sportanlagen und Verkehr langfristig der Stadt und den Menschen hier zugutekommen … Sport hat außerdem eine positive gesellschaftliche Wirkung: Er verbindet Menschen, fördert Gesundheit, Integration und besonders auch Kinder und Jugendliche. Natürlich muss man kritisch darauf achten, dass die Kosten nicht bei der Kommune hängen bleiben...“
Und das Ratsmitglied Jan Specht wies in einer Ratsansprache darauf hin: „Vor allem ist ein zentraler Gedanke, dass die Olympischen Spiele auch immer für Völkerfreundschaft und für Internationalismus stehen. Und das sollten wir in diesen Zeiten unbedingt befördern.“ Das richtet sich auch gegen die rassistische AfD-Hetze. Daher meinte Jan Specht: Rassismus „ist das genaue Gegenteil des olympischen Gedankens... Der steht für Freundschaft, Respekt, Fairplay, Solidarität und gegenseitiges Verständnis.“