Faschistische Kriegsführung in der Krise

Faschistische Kriegsführung in der Krise

Israel geht aggressiv gegen Südlibanon vor - Trump gerät auch innenpolitisch mehr und mehr unter Druck

In seiner Rede an die Nation, die er vor ein paar Tagen hielt, prognostizierte Donald Trump, der Iran-Krieg werde noch "vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger" dauern.

Von gis
Israel geht aggressiv gegen Südlibanon vor - Trump gerät auch innenpolitisch mehr und mehr unter Druck
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Von dem "Deal" mit dem Iran, der für einen Rückzug der USA notwendig sei, sprach er in dieser Rede erstmal nicht mehr. "Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen", so Trump im Weißen Haus. Trump gerät auch im eigenen Land immer mehr unter Druck, unter anderem wegen des immens gestiegenen Ölpreises. Trump selbst und sein Kriegsminister Pete Hegseth schlagen innenpolitisch wild um sich. Von "Säuberung" im Staats- und Militärapparat ist die Rede, von "absolutem Gehorsam". An dem ließen es Trumps Justizministerin und mehrere Generäle der US-Armee gebrechen. Die Antwort war Entlassung. Wer sich dem Umbau der USA zur faschistischen Diktatur entgegenstellt, muss aus Staats- und Kriegsapparat entfernt werden, so die faschistische Logik. Faschismus und Krieg, Faschismus und Weltkriegsvorbereitung sind Zwillingsbrüder!

Option zur weiteren Eskalation bleibt

Gleichzeitig verschärft Trump konkret den Krieg gegen den Iran. Mit der Entsendung von US-Bodentruppen in die Region hält Trump die Option einer weiteren Eskalation des Nahostkriegs offen. Israel strebt kein schnelles Kriegsende an. Sollte Trump tatsächlich einen Rückzug planen, wäre für Israel eine Option, sich auf den Krieg gegen den Libanon zu konzentrieren. Macht Trump seine Ankündigung wahr, die Straße von Hormus sei nach Kriegsende nicht mehr das Problem der USA, könnte auch Deutschland unter Zugzwang geraten. Schließlich hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach einem Kriegsende Hilfe zur militärischen Absicherung von Öltransporten in Aussicht gestellt. Der britische Premier Keir Starmer hat bereits eine internationale Konferenz zur künftigen Sicherung der Straße von Hormus angekündigt. Trump drohte dem EU-Imperialismus ja erneut mit einem Nato-Austritt. Aber auch, wenn die USA formal im Nato-Bündnis bleiben, wird das imperialistische Beistandsversprechen fragwürdig.

Israel führt breit angelegte Bodenoffensive im Südlibanon durch

Israels Premier Netanjahu und sein faschistischer Kriegsminister Israel Katz haben wiederholt angekündigt, dass der südliche Libanon über längere Zeit ein Kriegsschauplatz der Israelischen Armee bleiben werde. Offenbar will Israel nach einer breit angelegten Bodenoffensive eine rund 30 Kilometer breite Zone im südlichen Libanon dauerhaft besetzt halten und einen Großteil der zivilen Infrastruktur dort zerstören. Eine langfristige Fortsetzung des Libanon-Kriegs scheint für die israelische Regierung ausgemachte Sache zu sein. In der südlibanesischen Stadt sind 30.000 Einwohner einem pausenlosen Bombardement durch die israelische Armee ausgesetzt. Verzweifelte Libanesen sagen: Wir sind schon im Krieg aufgewachsen und jetzt kommt ein neuer Krieg. Die israelische Luftwaffe hat bereits sieben Brücken über den Fluss Litani in Südlibanon zerstört. Dise Attacken richten sich gegen die islamistisch-faschistische Hizbullah-Miliz, die am 2. März an der Seite Irans in den Krieg gegen Israel eingetreten ist. Vor allem aber richten sie sich gegen die libenesichen Massen. Über die Brücken gelangen Lebensmittel, Treibstoff und Wasser in den Süden. Wenn Tyros abgeschnitten wird, verlieren die Menschen dort ihre Lebensgrundlagen. Israel setzt seinen Vertreibungs- und Vernichtungsfeldzug vom Gazastreifen und der Westbank jetzt im Libanon fort. Was für eine furchtbare Barbarei!

Fußballvereine in Beirut stellen ihre Stadien als Notunterkünfte zur Verfügun

Die Beiruter Fußballvereine Nejmeh und Safa wandeln ihre Stadien in Notunterkünfte für vertriebene Familien um. Beim Nejmeh SC begann die Hilfsaktion bereits in der ersten Nacht des Krieges. Der Verein öffnete in Manara seine Türen für Dutzende von Familien, die aus schwer bombardierten Gebieten flohen. Heute finden rund 42 Familien, etwa 178 Personen, in der Anlage Zuflucht. Umkleideräume, Sporthallen, Vortragsräume und Büros wurden umfunktioniert, neu organisiert und entsprechend ihren Bedürfnissen ausgestattet. Vereinsvertreter betonen, dass die Bemühungen über die reine Bereitstellung von Unterkunft hinausgehen. Vorstandsmitglied Bassem Mohammad erklärte, der Verein arbeite kontinuierlich daran, den Familien Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und ein menschenwürdiges Lebensumfeld zu gewährleisten. Grundbedürfnisse wie Strom, Wasser, Bettzeug und gemeinsame Kochbereiche seien gesichert. In Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen werden zudem warme Mahlzeiten bereitgestellt. 

 

In Israel mehren sich die Antikriegsproteste der Bevölkerung. Der Staatsapparat geht aggressiv dagegen vor. Die Menschen haben zunehmend genug davon, dass Netanjahu ihnen verspricht, dies sei bestimmt der letzte Kriegt, den er vom Zaun bricht. In seinem Größenwahn geht er davon aus, dass die Bevölkerung in einem Großisrael im Zentrum der Nahost-Region zufrieden leben werde. Es ist noch eine kleine Minderheit, aber mehr jüdische Israelis wollen die Vertreibung und Vernichtung von Palästinensern, Libanesen und Iranern nicht mehr und nicht mehr davon profitieren. Am 15. Mai ist Nakba-Tag. Gelegenheit, diese hoffnungsvollen Ansätze weiter zu festigen.