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Kämpferischer Ostermarsch setzt sich gegen Angriffe durch

Mit ca. 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war der Kölner Ostermarsch 2026 etwas größer als letztes Jahr. Die Beiträge richteten sich vor allem gegen den Nahost-Krieg, die Weltkriegsgefahr und die Aufrüstung in Deutschland.

Korrespondenz
Kämpferischer Ostermarsch setzt sich gegen Angriffe durch
Polizei nimmt Personalien auf (rf-foto)

Elio vom Kölner Schulstreikkomitee rief in seiner engagierten Rede: „Was ist das für eine Freiheit, wo 500 Milliarden in die Bundeswehr gesteckt werden, was aber genau den Schulen fehlt!“ Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist Teil der riesigen Aufrüstung für die Kriegsvorbereitung. In Kassel wurde erstmals an einer Schule durchgesetzt, dass die Bundeswehr dort nicht mehr auftreten kann im Unterricht. Lea Reisner von der Linkspartei verurteilte den Angriffskrieg in Nahost, Deutschland ist Mittäter. Sie forderte wie mehrere andere Redner die Schließung von Ramstein und des Atombombendepots Büchel.

 

Der DGB-Redner kritisierte die Gefährdung des Weltfriedens, wollte aber als oberste Priorität die Diplomatie stärken. Doch die Diplomatie der Herrschenden dient gerade der Militarisierung und Vorbereitung des Weltkriegs. Erst kürzlich hat Außenminister Wadephul angedeutet, dass die Bundesregierung sich an einer militärischen Absicherung der Straße von Hormus beteiligen könnte. Die Courage-Frauen sammelten über 60 Euro für ihr Projekt zur Unterstützung der Frauenabteilung des Al-Awda-Krankenhauses.

 

Auf große Zustimmung stieß der Beschluss der Kölner Ford-Vertrauensleute-Vollversammlung vom 24. Januar „Nein zur Kriegswirtschaft – Wir geben unsere Kinder nicht für Kriege!“ Die Vertrauensfrau Nina erhielt den meisten Beifall der Auftaktkundgebung, als sie berichtete, dass spanische und italienische Hafenarbeiter sich weigerten, Rüstungsgüter zu verladen. Bei der anschließenden Demo durch die Innenstadt wurde ein Zwischenstopp an der Stelle eingelegt, wo letztes Jahr Hunderte Teilnehmer der „Rheinmetall entwaffnen“-Demo über 10 Stunden eingekesselt worden waren.

 

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Chlodwigplatz sprach auch Rotraud Michelmann. In einer bewegenden Rede berichtete sie von der Verschleppung ihrer Tochter Eva-Maria und eines weiteren Reporter-Kollegen im syrischen Raqqa am 18. Januar. Sie klagte die Bundesregierung an, die enge Beziehungen zu den neuen faschistischen Machthabern in Syrien pflegt und vor einer Woche den faschistischen Präsidenten al-Scharaa in Berlin empfing, aber offenkundig wenig zur Freilassung der Hunderte Verschleppten unternimmt.

 

Die MLPD war gut sichtbar vertreten und beteiligte sich aktiv am Ostermarsch. Besonders bewährt hat sich dieses Mal der größere Büchertisch, der ziemlich umlagert war und wo intensive Diskussionen u.a. zur Perspektive des echten Sozialismus stattfanden.

 

Der erfolgreiche Ostermarsch war reaktionären Kräften und dem Staatsapparat ein Dorn im Auge: schon beim Auftakt versuchten islamistische Kräfte zur Unterstützung der iranischen Führung gegen die Angriffe der USA und Israels zu mobilisieren. Das wurde von der Demoleitung kritisiert. Bei der Abschlußkundgebung schwenkten ein paar Antideutsche Israel-Fahnen und wurden von der Polizei geschützt. Die Demoleitung protestierte gegen die Verhaftung von zwei Ostermarschierern durch die Polizei, die bereits auf dem Weg nach Hause waren. Einer wurde dabei verletzt. Dreist verfolgte die Polizei nach Ende der Abschlusskundgebung mit ca. 20 Polizisten einen Ostermarschierer, der es „gewagt“ hatte, die Unterstützung der Israel-Anhänger durch die Polizei zu kritisieren. Gegen die Feststellung seiner Personalien solidarisierten sich sofort die noch anwesenden Ostermarschierer und umringten, kritisierten und filmten ihrerseits die Polizei.