Fünf Wochen Krieg im Nahen Osten
Irankrieg erzeugt eine regionale Umweltkatastrophe
Täglich verschärfen die Faschisten Trump und Netanjahu ihren imperialistischen Angriffskrieg. Mit zusätzlichen 2.500 Marineinfanteristen und hunderten Elitesoldaten wird der Einsatz von Bodentruppen vorbereitet.
Denkbar ist die Besetzung der Insel Kharg im Persischen Golf, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte laufen. „Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich das Öl im Iran holen“, verkündete Donald Trump gierig. Wenn er sich da nicht die Finger verbrennt. Auch eine Besetzung iranischer Nuklearanlagen ist für ihn vorstellbar. Sechs bunkerbrechende Bomben von 900 Kilogramm wurden gestern im Raum Isfahan abgeworfen, wo das iranische hoch angereicherte Uran vermutet wird. Immer wilder schlägt Trump um sich, denn er gerät schwer in die Defensive, nachdem der verkündete schnelle Erfolg in weite Ferne gerückt ist. Der Iran hingegen greift unvermindert Ziele in Saudi-Arabien, Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate an.
Neue Stufe der Eskalation droht
Kharg liegt 30 Kilometer von Festland entfernt und damit in Reichweite der iranischen Artillerie, Drohnen und Kurzstreckenraketen. Trump steht innenpolitisch massiv unter Druck. Der Tod hunderter oder tausender US-Soldaten oder gar die Dauerbesetzung der Insel, würden die eh schon niedrige Zustimmung zum Irankrieg ins Uferlose abstürzen lassen. Roland Kather, General a.D. des Heeres der Bundeswehr, warnte vor unkalkulierbaren Risiken und der nicht zu unterschätzenden Stärke des iranischen Militärs. Ginge Kharg verloren, stünden auch andere Häfen an der Straße von Hormus zur Verfügung. Der Iran droht damit, dann die saudische Hafenstadt Yanbu anzugreifen, wo die 1.200 Kilometer lange Pipeline quer durch Saudi-Arabien endet. Weiter will er den Ölhafen Fudschairah in den Vereinigten Arabischen Staaten attackieren. Die Ankündigung von Trump, dass die US-Armee in zwei bis drei Wochen ihren „Job“ beenden wird, ist völlig irreal, außer er wird durch den internationalen Widerstand dazu gezwungen.
Humanitäre Katastrophe
Nach dem Geno- und Ökozid in Gaza sind im Libanon durch die israelische Kriegsführung bis zu einer Million Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Viele der Vertriebenen, darunter 300.000 Kinder, leben unter prekären Bedingungen in überfüllten Notunterkünften, Schulen oder im Freien. Mehr als 200.000 Schutzsuchende haben den Libanon in Richtung Syrien verlassen. Im Iran wurden bis zu 3,2 Millionen Menschen vertrieben, darunter bis zu 864.000 Kinder. Im Iran wurden mehrere Tausend Zivilisten bei Angriffen getötet, die exakte Zahl ist unbekannt.
Massive Vergiftung der Biosphäre und der Menschen
Nach Angriffen auf die Ölinfrastruktur und Öltanker verdunkeln schwarze Wolken den Himmel. Sie enthalten Feinstaub, Stickoxide, Schwefeldioxid, toxische organische Verbindungen. Die Luftverschmutzung geht als schwarzer, öliger und saurer Regen nieder. Er enthält Ruß, Benzol und Säuren. Winzige Rußpartikel erhöhen das Risiko für Lungen- und Herzkrankheiten. Benzol löst Krebs aus. Bombardierte Anlagen zur Ammoniakproduktion setzen aggressive Säuren frei, die schwere Lungenschäden verursachen. Beim Einschlag von Geschossen in Wohnvierteln entsteht giftiger Staub aus pulverisiertem Baumaterial, der die Lungen schädigt. Die von Trump angedrohte Bombardierung der zivilen Strominfrastruktur gefährdet Millionen Menschenleben: Krankenhäuser, Trinkwasserversorgung, Kühlung und Meerwasserentsalzung wären massiv betroffen. Immer offenkundiger richtet sich der Krieg gegen die iranischen Massen, wo es doch angeblich um die Verhinderung iranischer Atomwaffen ging.
Eine Trinkwasserkatastrophe droht
Die Länder am Persischen Golf sind auf hunderte Meerwasser-Entsalzungsanlagen angewiesen, die 70 bis 100 Prozent des Trinkwassers in den Staaten der Arabischen Halbinsel erzeugen. Würden diese zerstört, fehlt der Zugang zu sauberen Trinkwasser. Ein großer Ausfall könnte Städte binnen Tagen ins Wanken bringen. Im Ernstfall müssen Millionen Menschen evakuiert werden, da das Überleben ganzer Gesellschaften gefährdet wäre. Israel und die USA griffen schon gestern eine Entsalzungsanlage auf der Insel Keschm in der Straße von Hormus an und beschädigten sie schwer. Die Anlage war bereits am 7. März von US-Streitkräften angegriffen worden und am 8. März war eine Entsalzungsanlage in Bahrain durch einen iranischen Drohnenangriff beschädigt worden. Israel hatte solche Anlagen bereits im Gazastreifen gezielt zerstört.
Die Gefahr umkippender Weltmeere
Trümmer von Raketen und Drohnen versinken im Persischen Golf und setzen Chemikalien und Schwermetalle frei. Werden Kriegsschiffe oder Öltanker getroffen oder versenkt, zerstört Öl die komplexen und empfindlichen ökologischen Systeme und gefährdet die Meeres-Entsalzungsanlagen. Die größte Ölkatastrophe der USA, die Havarie des Öltankers Exxon Valdez 1989, löste schon durch den Austritt von über 40.000 Tonnen Rohöl, wie Greenpeace errechnete,¹ die schlimmste ökologische Katastrophe in unberührten Ökosystemen aus.
Globale Folgen
Kriege haben lokale und globale Folgen. CO2 treibt die globale Klimakatastrophe an. Über die Atmosphäre und die Meeresströmungen werden Chemikalien verteilt. Sie vergiften die Meere und Fischbestände, Landwirtschaftsflächen und Nutzpflanzen und letztlich die Menschen. Das im Vietnamkrieg versprühte Agent-Orange beeinträchtigt noch heute Mensch und Natur. Die Sprengung des Kachowka-Staudamms im Ukraine-Krieg löste eine zum Teil irreversible regionale Umweltkatastrophe aus. Der Irankrieg hat das Potenzial, eine regionale Umweltkatastrophe auszulösen. Auch die Bombardierung iranischer oder ukrainischer Nuklearanlagen kann eine großflächige Umweltkatastrophe auszulösen.
Imperialistische Kriege werden mit absoluter Rücksichtslosigkeit geführt. Die Gefahr, dass die Menschheit in einer globalen Umweltkatastrophe untergeht, wird von den Imperialisten billigend in Kauf genommen - diesen Kriegstreibern muss das Handwerk gelegt werden!