Massive Arbeitsplatzvernichtung

Massive Arbeitsplatzvernichtung

Berufsaussichten junger Menschen verschlechtern sich

In den bürgerlichen Medien ist noch kein großes Thema, dass nach Jahren des „Facharbeitermangels“ die Berufsaussichten von Jugendlichen begonnen haben, sich erheblich zu verschlechtern.

Von wb
Berufsaussichten junger Menschen verschlechtern sich
Jugendaktionstag der IG Metall in Ingolstadt (rf-foto)

2025 wurden bundesweit rund 476.000 duale Ausbildungsverträge abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 10.300 Verträge oder 2,1 Prozent weniger. Der größte Teil des Rückgangs entfällt auf Industrie und Handel mit minus 4,6 Prozent. Der Hauptgrund dafür ist, dass die gewerblichen Ausbildungsplätze um fünf Prozent abgebaut wurden. Noch deutlicher zeigt sich die Verschlechterung der beruflichen Situation der Jugend in Baden-Württemberg. Dort sorgt die massive Arbeitsplatzvernichtung in der Automobilindustrie und im Maschinenbau für die höchste Jugendarbeitslosigkeit seit 2010. So waren im Februar 2026 über 27.000 ohne Beschäftigung.

Arbeits- und Ausbildungsplätze auf der Kippe

In einigen Konzernen wie bei ThyssenKrupp sollen Arbeits-, wie Ausbildungsplätze in großem Umfang vernichtet werden. Ebenso bei Bosch in Schwäbisch Gmünd, wo angedroht wird, fast 2000 Arbeitsplätze zu vernichten. Ein Auszubildender berichtet dem SWR, was das für die Azubis bedeutet: "'Zu Beginn meiner Ausbildung hieß es noch, 80 Prozent der Azubis würden in unbefristete Arbeitsverträge übernommen werden'. Inzwischen sei die Garantie weg.“ Er ist froh, dass jetzt durch den Kampf der Belegschaft und Einsatz des Betriebsrates wenigstens der Erhalt der Ausbildung erreicht werden konnte, so dass er seine Lehre bei Bosch abschließen kann. Aber die beste Ausbildung bringt nicht viel, wenn mán nicht übernommen wird. Solche Erfahrungen unterstreichen, warum um jeden Arbeitsplatz gekämpft werden muss, wofür sich die MLPD und ihre Betriebsgruppen sowie viele kämpferische Gewerkschaftsmitglieder stark machen. Denn jeder vernichtete Arbeitsplatz fehlt den Jugendlichen. 

Auch Ingenieure betroffen

Von der erheblichen Verschlechterung der Berufsaussichten sind zunehmend auch Ingenieure oder IT-Spezialisten betroffen. Lange Zeit waren sie in der Industrie gesucht. Das wurde von Monopolvertretern als Beleg für die Lebenslüge genutzt, dass eine gute Ausbildung und ein Studium dauerhaft vor Arbeitslosigkeit schütze. Doch auch dieses Märchen beginnt an der rauen kapitalistischen Realität zu platzen: 2025 meldeten sich 336.440 junge Akademikerinnen und Akademiker arbeitslos – 12,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Hintergrund für den Abbau der Ausbildungsplätze ist die internationale Vernichtungsschlacht der Monopole. Diese tragen den Kampf um die Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit auf Kosten der Zulieferbetriebe, der Beschäftigten und vor allem der Zukunft der Jugend aus. Eine Folge der verschärften und vertieften Krise der Neuorganisation der internationalen Produktion, mit drastischen Zöllen und anderen Maßnahmen im Zuge der Weltkriegsvorbereitung.

Widersprüchliche Entwicklung am Ausbildungsmarkt

Einerseits brauchen die Konzerne für ihren Konkurrenzkampf gut ausgebildete Arbeiterinnen, Arbeiter oder Ingenieure. Andererseits ist absehbar, dass das nicht so bleibt. So wenn z.B. Mercedes immer mehr Produktion und Entwicklung nach Ungarn oder China verlagert. Denn dort garantieren faschistische Regierungen die besten Ausbeutungsbedingungen.

Auswandern, sich anpassen – oder für die Zukunft der Jugend kämpfen?

In der aktuellen Trendstudie "Jugend in Deutschland 2026" wird festgestellt: “Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven, Schulden und mentaler Stress prägen die Lebenslage vieler junger Menschen. Als Reaktion wenden sie sich den politischen Rändern zu oder denken sogar daran, Deutschland zu verlassen.“ Das macht deutlich, dass die Verarbeitung der Krisen- und Kriegszeiten unter der Jugend besonders heftig abläuft. Aber was sind "politische Ränder?" Wer AfD wählt, wählt Faschismus. Das ist doch aber etwas grundsätzlich anderes, als wenn sich Jugendliche einer fortschrittlichen Perspektive oder dem Sozialismus zuwenden. Die Zukunft der Jugend ist am weitestgehenden infrage gestellt und um ihre Köpfe findet zwischen den Herrschenden und der Arbeiter- und Volksbewegung ein intensiver Kampf und Polarisierung statt. Es ist deshalb auch eine Herausforderung an Gewerkschafter und klassenbewusste Arbeiter, dass sie sich für den gemeinsamen Kampf von Jung und Alt um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz gegen die Profitpolitik der Konzerne einsetzen. 

 

Die bürgerlichen Sozialforscher der Trendstudie empfehlen ihnen dagegen, dass sie „lernen (sollen), konstruktiv mit Belastungen umzugehen und Zuversicht für ihren Blick auf die Zukunft zu gewinnen." Nichts gegen Zuversicht, aber sich mit dem imperialistischen System zu arrangieren und lernen, das beste aus der Situation zu machen, ist kein guter Rat. 

Die Zukunft stellen sich die meisten Jungen anders vor

Der Jugendverband REBELL und die MLPD stehen für, „Make socialism great again“, weil nur der echte Sozialismus der Jugend und heute auch der Menschheit eine Zukunft bieten kann. Kommt zum 22. Internationalen Pfingstjugendtreffen in Gelsenkirchen. Lasst uns darüber diskutieren und in Workshops und Bildungsveranstaltungen Klarheit bekommen; bei Sport, Musik und noch mehr fortschrittlicher, internationalistischer und antifaschistischer Kultur zusammenwachsen uns stärken. So kann und wird dieses Jugendtreffen zum ersten Höhepunkt des Aufbaus einer sozialistischen Jugendbewegung.