Erfurt

Erfurt

250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim kämpferischen Ostermarsch

Der diesjährige Erfurter Ostermarsch brachte eine neue Bündnisbreite zum Ausdruck: Von den Parteien MLPD, Linkspartei, DKP, BSW über die Jugendverbände REBELL und SDAJ bis zu VVN, Evangelische Kirche, DFG-VK, Kulturbrücke Palästina und weitere Organisationen.

Korrespondenz
250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim kämpferischen Ostermarsch
Kämpferischer Ostermarsch in Erfurt am 2. April (rf-foto)

Der Aufruf richtete sich ausdrücklich gegen alle imperialistischen Kriege, kritisierte die USA und Russland und den "Hauptfeind im eigenen Land", die deutsche Bundesregierung. Die Thüringer Presse brachte es fertig, diese breite und zugleich klare Richtung in der Friedensbewegung im Vorfeld völlig totzuschweigen.

 

Die Demonstration war optimistisch und kämpferisch, aber die ca. 250 Teilnehmer sind angesichts der akuten Weltkriegsgefahr deutlich zu wenig und zeigt, dass unter den Massen noch einiges zu klären ist.

 

Eine Besonderheit beim diesjährigen Ostermarsch: Arbeiter prägten ihn deutlich. So sprachen im ersten Redeblock IG-Metall-Kollegen aus einem Nordthüringer Betrieb, die ein betriebliches Friedenskomitee gegründet haben. Unter großem Applaus berichteten sie vor ihrem Transparent "Arbeiter schießen nicht auf Arbeiter", dass es ihnen darauf ankommt, den Kampf um die Köpfe der Kollegen zu führen und sie dafür zu gewinnen, sich klar gegen die Umstellung auf Kriegsproduktion auszusprechen.

 

Moderiert wurde der Ostermarsch von einer IG-Metall-Betriebsrätin und einem Stadtratsmitglied der Linkspartei gemeinsam. Für den REBELL sprach ein Jugendvertreter eines Industriebetriebs und berichtete von der Diskussion unter seinen Azubis, dass die Richtung "haltet euch raus aus Politik" nicht richtig ist. So werden in der Industrie immer mehr Ausbildungsplätze abgebaut, während gleichzeitig in die Umstellung auf Rüstungsproduktion investiert wird. Statt die Jugend zur Bundeswehr zu schicken, fordert der REBELL eine 10%ige Ausbildungsquote in der Industrie, was Applaus einbrachte.

 

Mehrere Redner betonten den antifaschistischen Grundkonsens der Friedensbewegung. So stand bei der Auftaktkundgebung in der Nähe die rechte "Friedensmahnwache" von Gitta Kritzmöller mit einem großen Transparent "Remigration" - davon wurde sich mehrfach klar und deutlich distanziert. Ebenso vom AfD-Stand um die Ecke. Der Redner der DFG-VK berichtete von seinen Sprechstunden für Kriegsdienstverweigerer, eine Vertreterin des Schulstreik-Bündnisses berichtete stolz von inzwischen zwei bundesweiten Aktionstagen gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Tassilo Timm von der MLPD sprach zum zwischenimperialistischen Nahost-Krieg, dem Zusammenhang von Krieg und Faschismus und der Perspektive der vereinigten sozialistischen Staaten der Welt.