Pressemitteilung der Initiative „Wo sind Eva und Ahmet“
Journalist:innen Eva Maria Michelmann und Ahmet Polad – ihr Aufenthaltsort muss geklärt werden!
Die Initiative „Wo sind Eva und Ahmet“ erklärt:
Von den Journalist:innen Eva Maria Michelmann und Ahmet Polad gibt es seit dem 18. Januar keine Nachrichten mehr. Mehrere Quellen berichten, dass Eva Maria Michelmann und Ahmet Polad während der Angriffe auf Nord- und Ostsyrien in der Stadt Raqqa waren und dort die Entwicklungen dokumentierten. Zeug:innen geben an, dass die deutsche Staatsbürgerin und international tätige Journalistin Eva Maria Michelmann sowie Ahmet Polad, Mitglied der Rojava Free Press Association (YRA), am 18. Januar 2026 von HTS-Kräften in ein militärisches Fahrzeug gebracht wurden, während bewaffnete Kräfte der syrischen Übergangsregierung die Stadt Raqqa angriffen.¹
Die Familie von Eva Maria Michelmann hat vor drei Wochen über ihre Anwält:innen die deutsche Regierung kontaktiert. Das Auswärtige Amt gibt an, die Botschaft in Beirut und die regionalen Einrichtungen informiert zu haben und intensiv an dem Fall zu arbeiten. Konkrete Informationen darüber, was bisher unternommen wurde oder welche Ergebnisse erzielt wurden, wurden jedoch nicht mitgeteilt.
Seit drei Wochen stellen wir in zahlreichen Städten mit unseren Aktionen die Frage, wo Eva und Ahmet sind, und fordern, dass die deutsche Regierung aktiv wird.
Dass der deutsche Staat, der in Damaskus gute Beziehungen zur als Übergangsregierung bekannten Führung von Ahmet al-Shara unterhält, seit drei Wochen nicht in der Lage ist, den Verbleib seiner Staatsbürgerin Eva Michelmann aufzuklären, ist weder verständlich noch akzeptabel.
Neben der deutschen Regierung tragen auch andere europäische Staaten und das Europäische Parlament dieselbe Verantwortung. Wir werden sie weiterhin an diese Verantwortung erinnern.
Als Initiative „Wo sind Eva und Ahmet?“ setzen wir unsere diplomatischen Bemühungen fort, um die beiden Journalist:innen, die am 18. Januar in Raqqa von HTS entführt wurden, zu finden.
In ganz Europa, insbesondere in zentralen Städten, werden wir wöchentlich Aktionen durchführen und weiterhin die Frage stellen: Wo sind Eva und Ahmet?
Das Auswärtige Amt, Parlamente, die Botschaften Syriens und Deutschlands sowie Institutionen der EU und der UN werden zunehmend mit der Frage „Wo sind Eva und Ahmet?“ konfrontiert werden.
Die Entführung der Journalist:innen und die Weigerung der syrischen Übergangsregierung, Auskunft über ihren Verbleib zu geben, sind ein Verbrechen. Staaten, die dies schweigend hinnehmen und gute Beziehungen pflegen, machen sich mitschuldig.
Wir werden lauter fordern, dass die Journalist:innen Eva Maria Michelmann, Ahmet Polad und die Tausenden weiteren Personen, die von HTS entführt wurden und deren Aufenthaltsort unbekannt ist, gefunden und freigelassen werden.
Wir rufen alle politischen Akteur:innen, Journalist:innen-Organisationen, Autor:innen, Gewerkschafter:innen, Wissenschaftler:innen und alle anderen dazu auf, mit unserer Initiative und der Familie von Eva in Solidarität zu treten. Nehmt an Aktionen teil, verbreitet Informationen und engagiert euch gegenüber den Regierungen Syriens und Deutschlands, um internationale Solidarität zu stärken.
Kommende Aktionen:
25. März 2026, Mittwoch:
- Hannover: 13 Uhr, vor dem Türkischen Konsulat (An der Christuskirche 3)
- Hamburg: 15.30 Uhr, vor dem Türkischen Konsulat (Tesdorpfstraße 18)
- Köln: 17 Uhr, Kalk Post, Köln
26. März 2026, Donnerstag:
- Brüssel: 16:00 Uhr, vor der Deutschen Botschaft (8 Rue Jacques de Lalaingstraat,
Brüssel)