Presseerklärung des Bündnisses CASTOR-stoppen
Transportgenehmigung für CASTOR nach Brokdorf erteilt
Das Bündnis CASTOR stoppen warnt vor Atommülltransporten in diesem Jahr:
Die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), die im Auftrag der Kraftwerksbetreiber Atomtransporte durchführt, hat am Freitag bekannt gegeben, dass der Transport von sieben CASTOR-Behältern des Typs HAW28M aus dem britischen Sellafield in die CASTOR-Halle am AKW Brokdorf aktuell durch das zuständige Bundesamt (BASE) genehmigt wurde.¹ Die Transportgenehmigung gelte bis Ende des Jahres, ein genauer Zeitraum sowie die Transportstrecke unterlägen jedoch der Geheimhaltung.
Die Nordsee-Zeitung geht davon aus, dass der Seetransport wie in den Jahren 2020 und 2025 wieder im Midgard-Hafen in Nordenham gelöscht werde.² Dies würde bedeuten, dass der Transport über die Großstädte Bremen und Hamburg durchgeführt würde. Nach Auskunft des Hamburger Senats vom 13. März liegen den Hamburger Polizeibehörden jedoch „keinerlei Kenntnisse“ über einen Transport durch das Hamburger Stadtgebiet vor.³
Anti-Atom-Gruppen haben am Samstag an mehreren möglichen Bahnstrecken mit Aktionen auf die drohenden hochradioaktiven Transporte aufmerksam gemacht. An mehreren Bahnhöfen entlang der Transportstrecke über Bremen, Buchholz und Hamburg versammelten sich Kleingruppen und hängten Transparente und Plakate auf. Sie machen darauf aufmerksam, dass der Transport von hochradioaktivem Atommüll immense Gefahren bedeute und dass der Zielort der CASTOR-Transporte keinen sicheren Ort darstelle. Dieser Transport ist die Fortsetzung der seit Jahrzehnten stattfindenden Atommüllverschiebung. Im Zwischenlager Brokdorf gibt es kein Reparaturkonzept für defekte Behälter. Die Halle ist nur bis 2047 genehmigt und nicht ausreichend gegen Einwirkungen von außen geschützt.
Weitere Atommüllverschiebungen ohne Perspektive wird es vermutlich ab dieser Woche ins westfälische Ahaus geben. In der seit 16 Jahren laufenden Auseinandersetzung um insgesamt 152 CASTOR-Behälter, die hochradioaktiven Müll aus dem Forschungszentrum Jülich in die CASTOR-Halle nach Ahaus bringen sollen, scheint der Rechtsweg ausgereizt. Weder Politik noch Justiz haben der sinnlosen Verschiebetaktik Einhalt bieten können. Die Brennelemente lagern seit dreizehn Jahren ohne gültige Genehmigung in Jülich und sollen nun nach Ahaus verschoben werden, in eine Halle, deren Betriebsgenehmigung 2036 wieder enden wird. Die Initiativen aus dem Münsterland rechnen schon ab Dienstag, 24. März, mit den ersten Transporten und haben Kundgebungen, Mahnwachen und Demonstrationen angekündigt.⁴
Ein tiefengeologisches Atommülllager wird es auf lange Sicht nicht geben und jede CASTOR-Halle droht, zum oberirdischen Dauerlager zu werden. Bis zu einer verantwortbaren Lösung für die langfristige Lagerung der hochradioaktiven Abfälle muss das Hin-und-Herschieben von Atommüll unterbleiben!
- Es gibt weiterhin kein vertretbares Endlagerkonzept für den vorhandenen Atommüll.
- CASTOR-Zwischenlager werden zu gefährlich ungeeigneten Langzeitlagern.
- Atommüll ist nur ungefährlich, wenn er nicht entsteht: Brennelementefabrik in Lingen und Urananreicherung in Gronau beenden! .
- Atomkraft ist kein Klimaretter