Leserbrief

Leserbrief

Korrektur der "Korrektur"

Der folgende Leserbrief wurde am 25. März in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) veröffentlicht. Er bezieht sich auf eine äußerst fragwürdige "Korrektur" in der WAZ vom 20. März 2026. Rote Fahne News dokumentiert den Leserbrief:

Dokumentiert aus der WAZ

Hier die Korrektur: 

„Im Vorspann unseres Interviews mit VW-Chef Oliver Blume (18. März) war in einem Teil unserer Auflage von ‚Massenentlassungen‘ die Rede. In dem Artikel ‚Volkswagen in der Dauerkrise‘ (11. März) stand im Vorspann der Satz, der Konzern entlasse 50.000 Mitarbeiter. Beide Formulierungen sind nicht präzise. Stellenabbauprogramme sehen nach VW-Angaben einen sozialverträglichen Abbau von rund 50.000 Stellen bis 2030 vor.“

Dazu hier der Leserbrief:

Endlich spricht mal ein Journalist Klartext – prompt folgt auf dem Fuße eine "Korrektur". Die Arbeitsplatzvernichtung bei VW sei "sozialverträglich" und ihre eigene Bezeichnung als Massenentlassung "unpräzise"? Ich war 20 Jahre bei Opel in Bochum, Montagearbeiterin und im Betriebsrat. Von einst 21.000 Arbeitern wurden wir ganz "sozialverträglich" auf 3000 geschrumpft. 


Angeblich immer, um den Rest zu retten – tatsächlich, um das Werk am Ende ganz plattzumachen. Was daran sozialverträglich sein soll, konnte mir nie einer erklären: Die Kollegen waren arbeitslos und die Arbeitsplätze auf Dauer und für die Jugend weg. Daran ändert auch das süße Gift einer Abfindung nichts, die schnell aufgebraucht und v.a. ein Schweigegeld ist, um Proteste zu verhindern. 


Sie wollen präzise sein? Dann müsste die Korrektur der Korrektur heißen: „Massenentlassungen durch Abfindungsprogramme“. Das einzige 'sozialverträgliche' war bei uns und wird bei VW sein: der tolle Zusammenhalt der Kollegen und unsere gewerkschaftlichen (IG Metall) und selbständigen Kämpfe und Streiks um jeden Arbeitsplatz. So wie die sieben Tage im Oktober 2004. Mehr dazu hier.
A. Gärtner-Leymann