Am gestrigen 24. März

Am gestrigen 24. März

Internationaler Aktionstag Stellantis: Warmlaufen für den konzernweiten Kampf

Bei der Aktion gestern an Tor 1 von Opel Eisenach sagte ein Kollege am offenen Mikrofon: „Vor jedem Fußballspiel muss man sich als erstes warmlaufen. Das hier ist das Warmlaufen für den konzernweiten Kampf um jedes Werk, um jeden Arbeitsplatz und für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich im Konzern.“

Von fh
Internationaler Aktionstag Stellantis: Warmlaufen für den konzernweiten Kampf
Stellantis-Aktionstag gestern in Rüsselsheim (Foto: Automobilarbeiterkoordinierung Rüsselsheim)

Die internationale Arbeitereinheit ist sehr anziehend für die Kollegen im Konzern. So erinnern sich heute noch viele Kollegen in Eisenach an den erfolgreichen Aktionstag vom Oktober 2021, wo mit starken Delegationen von VW Zwickau oder aus acht französischen Werken die Stillegung des Werkes verhindert wurde.

 

Deshalb ist der Aufruf zum konzernweiten Aktionstag auch auf sehr fruchtbaren Boden gefallen. In Bochum beteiligten sich etwa 100 Kollegen an einer Versammlung im Betrieb, in Eisenach trugen sich etwa 250 Kolleginnen und Kollegen mit ihrem Namen auf dem schönen Transparent mit der internationalen Hauptlosung ein, und auch in Rüsselsheim unterstützten Dutzende Kolleginnen und Kollegen die Aktionen im Betrieb und vor dem Tor.

 

Ein Eisenach gab es am Vortag in der Spätschicht eine Versammlung im Betrieb, wo über den Aktionstag informiert wurde. Außerdem hat die Konzernzeitung „Blitz“ die Kollegen informiert. Bei Schichtwechsel gestern an Tor 1 konnte man merken, dass etliche Kollegen schon informiert waren. Entsprechend war es auch für die meisten Kollegen selbstverständlich, sich auf dem Transparent einzutragen. So kamen innerhalb eineinhalb Stunden etwa 250 Unterschriften zusammen. Es gab Kaffee und Muffins, es wurden Kontakte geknüpft, 23 Euro gespendet. Bei kurzen Durchsagen am Mikrofon wurden sehr viele Einzelgespräche geführt, auch über Krieg und Frieden, dass es mit dem Kapitalismus so nicht weiter geht, dass alle am 1. Mai mit demonstrieren sollen, um das gemeinsame Transparent zu tragen. Eine sehr erfolgreiche Aktion, die zeigt, dass die Mehrheit der Belegschaft die Losungen des weltweiten Aktionstags unterstützt: „Keine Werksschließungen, keine Entlassungen – kein Werk steht alleine – Für die 30-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich im Konzern!“

 

In Poissy bei Paris trugen sich Kolleginnen und Kollegen mit Grußbotschaften ein wie „wir müssen kämpfen!“ oder „Danke, dass ihr für alle kämpft!“ Ähnliche Aktionen gab es z.B. auch am Fiat-Hauptwerk Mirafiori in Turin.

 

Eine Korrespondentin aus Frankreich berichtet: "Wir waren am 24. März mit Freunden der Automobilarbeiterkonferenz und der UPML vor PSA Poissy. Der Aufruf der internationalen Koordinierung bei Stellantis wurde interessiert aufgenommen und wir hatten am Ende sogar zu wenig Flugblätter. Mit Musik haben wir eine kämpferische Atmosphäre geschaffen. Mit einer Unterschriftenliste wurden die Kollegen zur Unterstützung der internationalen Koordinierung aufgefordert. Sie konnten dort auch eine Kurzbotschaft an die Kollegen der anderen Werke formulieren. Das Werk hat etwa 2000 Beschäftigte. Die Versprechungen der Direktion soll die Arbeiter in eine Abwartehaltung bringen, auch wenn wir niemanden fanden, der den Versprechungen wirklich glaubt. Es gilt, die Arbeiterinitiative zu entwickeln, dazu trug der Aktionstag bei. Wir haben einzelne aktive Träger gefunden, die weiter informiert werden und beitragen wollen zum gemeinsamen Kampf. Wir selbst finden die Initiativen der internationalen Koordinierung super und das Material das zur Verfügung gestellt wird mit den Infobriefen und den Flugblättern. Wir wünschen uns eine Auswertung des Aktionstags wieder zum Verteilen!"

 

Der Aktionstag geht auf einen Beschluss des Konzernforums Stellantis bei der 3. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz in Pune (Indien) im November zurück. Die aktiven Kollegen haben die internationalen Informationen der Konzernkoordinierung Stellantis im Rahmen der Internationalen Automobilarbeiterkoordinierung sehr begrüßt. Die wachsende internationale Arbeitereinheit braucht auch den ständigen Austausch.

 

Bei aller Freude über die große Zustimmung war der Aktionstag doch auch erstmal ein "Warmlaufen", eine Sammlung von Kräften und eine erste Kampfansage. Es ist den meisten klar, dass mit einer Protestaktion die Konzernpläne der Schließung mehrerer Werke nicht aufzuhalten sind, geschweige denn die gefährliche Kriegspolitik, die auch in vielen Gesprächen Thema war. Wir müssen dahin kommen, konzernweit streiken zu können. Dafür müssen wir auch in den Gewerkschaften noch besser werben.

 

Deshalb ist es sehr wichtig, dass auch Kontaktdaten ausgetauscht wurden für die nächsten Aktionen: Wer trägt unser Transparent am 1. Mai bei der Gewerkschaftsdemo? Wer bereitet die Aktionen am 21.5. mit vor, wenn die Konzernspitze ihre „Strategie“ verkünden will?