Massenproteste in den USA

Massenproteste in den USA

"Trump muss gehen" - "Fight Fascism"

Neun Millionen Menschen gingen gestern bei 3.300 Aktionen und Kundgebungen in allen Bundesstaaten der USA gegen Trump und seinen faschistischen Staatsumbau auf die Straße. Es waren Massendemonstrationen mit zunehmend bewusster antifaschistischer Stoßrichtung.

Von pi/cj/gis
"Trump muss gehen" - "Fight Fascism"
Nicht nur keine Könige in den USA - auch keine Faschisten! (shutterstock_2641264925)

Damit sind die Proteste gegenüber 7 Millionen im Oktober 2025 weiter angewachsen. Das war bereits die 3. Runde der Massenproteste, die am 14. Juni 2025 mit 5 Millionen Demonstranten in 2.100 Städten starteten. Dieses Mal waren alleine in Minnesota über 100.000 Menschen auf der Straße – mit Bruce Springsteen auf der Bühne. No Kings ist eine breite Allianz von linken, Anti-Kriegs-, Frauen-, Migranten- und sozialistischen Organisationen. In New York mobilisierten besonders auch Gewerkschaften und riefen dazu auf, sich noch besser zu organisieren.

Wachsende antifaschistische Klarheit beginnt sich Bahn zu brechen

"Trump ins Gefängnis", fordern Demonstranten. Die Forderung nach einem Amtsenthebungsverfahren bringt noch eine Unterschätzung dessen zum Ausdruck, was der Übergang in eine faschistische Diktatur bedeutet.Aber zunehmend erscheinen auf Bannern, Transparenten und in Sprechchören weitergehende Losungen und Parolen: Gegen den Krieg, den die USA zusammen mit Israel gegen den Iran vom Zaun gebrochen haben, gegen die Razzien der faschistischen ICE-Greifer, gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten durch Inflation und steigende Preise und gegen den Faschismus. Ein Teil der Demonstranten entwickelt mit der Losung „Wir wollen keine Faschisten im Weißen Haus“ eine klarere bewusste antifaschistische Stoßrichtung. Damit verstärkt sich mit der Krise der faschistischen Kriegsführung und einem massiven Einbruch der Zustimmungswerte für Trump – 90% lehnen den Angriff auf den Iran ab – die antifaschistische Massenbewegung in den USA.

"Widerstand gegen Trump und MAGA wird breiter und tiefer"

In einem Interview mit „Democracy Now“ (27.03.26) betont Leah Greenberg, Mitbegründerin von „Indivisible“, eine der Organisatoren der Proteste, die wachsende Breite der Bewegung. Neben den großen Städten finden Proteste immer mehr auch in kleinen Städten und Orten statt. Dabei spielen die sozialen Medien eine große Rolle zur Verbreitung. MAGA zerfällt immer mehr. „Der Widerstand gegen Trump und MAGA wird immer breiter und tiefer und verbreitet sich in  republikanischen und ländlichen Gegenden, das ist sehr bedeutend. Das hat viele Gründe. Über Parteigrenzen hinweg mögen die Menschen es nicht nicht, wenn maskierte Polizei in ihre Nachbarschaften geschickt wird und ihre Nachbarn mitgenommen werden. … Die Menschen wollen keinen katastrophalen Krieg, der tausende von unschuldigen Menschen im Ausland tötet, und hier die Kosten hochtreibt. Sie wollen nicht, dass Geld für die Gesundheitsversorgung für Bomben ausgegeben wird und diese auf iranische Schulmädchen und ihre Schule geworfen werden“ . Greenberg sagt, dass viele Menschen die irgendwie gehofft haben, dass Trump doch etwas für die Verbesserung ihrer Lage tut, und auf keinen Fall in einen Krieg zieht, jetzt die Seiten wechseln.

Orientierung auf Wahl der Demokraten auf den Demos nicht bestimmend

Randi Weingarten, Präsident der Lehrergewerkschaft American Federation of Teachers, sagt in dem Interview in „Democracy Now“: „Täglich eine Milliarde Dollars für diesen Krieg, und man konnte kein Geld für Obamacare finden? Man konnte nicht das Geld für Medicaid finden, und jetzt werden Krankenhäuser in ganz Amerika geschlossen?… Die Menschen sagen: 'Wir müssen irgendwie zurechtkommen. Wir wollen keinen Krieg, der Milliarden von Dollars kostet, der die Benzinpreise erhöht."

 

Workers World Party schreibt am 24. März, dass die Organisatoren von „No Kings“ (Indivisible, 50501, Hands off) enge Verbindungen zur Demokratischen Partei haben und v.a. auf die Wahl der Demokratischen Partei bei den Zwischenwahlen orientieren. Eine Korrespondentin kommentiert: "Das ist sicherlich der Fall, aber aus den Losungen der Demo und den Methoden der Organisierung sehe ich eher, dass Menschen erkennen, dass man die Sache selber in die Hand nehmen muss. Bisher konnte ich keine Plakate sehen, die auf Wahlen orientieren. Die Bandbreite der Forderungen ist sehr groß.  Workers World setzt sich kritisch mit der Losung 'No Kings',  mit dem Charakter der bürgerlichen Demokratie und der Diktatur der Bourgeoisie auseinander, was sicherlich richtig ist. Die 'No-Kings'-Bewegung  wird als einseitig parlamentarisch-orientiert kritisiert, was aber sicherlich nicht richtig ist."

Internationale Solidarität

Eine Sprecherin des Weißen Hauses behauptete, die Kundgebungen und Aktionen seien "Treffen einer kleinen, von linken Netzwerken unterstützten Gruppe ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung". Da war ganz offensichtlich der Wunsch der Vater des Gedankens. Viele kamen, um der Welt, um auch Deutschland zu zeigen: "Es gibt ein anderes Amerika". Bemerkenswert war, dass auch Menschen in konservativ geprägten ländlichen Regionen und Vororten gegen Trump auf die Straßen gingen. Auch außerhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Hamburg, München, Frankfurt am Main und Düsseldorf statt.