OFFENSIV
Gedenken an René Salamanca am Stellantis-Aktionstag
OFFENSIV, Initiative für eine kämpferische gewerkschaftliche Betriebsratsarbeit, hat auf ihrer Webseite einen Artikel zum Gedenken an den argentinischen Arbeiterführer René Salamanca am heutigen Stellantis-Aktionstag veröffentlicht.
Am heutigen 24. März 2026 ist internationaler Stellantis-Aktionstag. Die argentinischen Kollegen berichteten bereits, dass sie ihn verbinden wollen mit dem Gedenken zum Jahrestag des faschistischen Staatsstreichs vor genau 50 Jahren. Auch Kollegen bei Opel in Bochum begehen dieses Gedenken.
Einer der am 24.März 1976 verschleppten Arbeiter, René Salamanca, ist uns schon lange ein wichtiges Vorbild. Jahrelang hing ein großes Bild von ihm im Betriebsratsbüro einer Offensiv/IGM-Betriebsrätin. Konkret war er für uns ein Vorbild, weil er als Arbeiter, Dreher, klassenkämpferischer Anführer der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung der Metallarbeiter einführte, dass Gewerkschaftsfunktionäre an zwei Tagen in der Woche in der Produktion arbeiteten. Offensiv nahm sich daran ein Beispiel und als die einzige/n von 35 Betriebsräten arbeiteten wir weiter in der Produktion.
Vor einigen Monaten griffen wir das Thema wieder auf und ein Offensiv-Kollege recherchierte weiter, stellte umfangreiches Material zusammen und erstellte eine tolle Zusammenfassung über René Salamanca. Er hängte sie am Pausenplatz auf, um seinen Fall bekannt zu machen. Weitere Kollegen verbreiteten sie. Heute ist René auch eine Mahnung, wohin Faschismus und Diktatur für die Arbeiterbewegung führt. Der Antikommunismus in seiner faschistischen Vollendung tötet!
René verschwand wie 30.000 weitere Kämpfer, wurde von der Videla-Diktatur verschleppt und ermordet. Er wurde 36 Jahre alt und hinterließ eine Frau und zwei Töchter. Aber René Salamanca lebt! Er ist auch ein mutmachendes Symbol; er steht für Gewerkschaften als Kampforganisationen, für die Organisiertheit mit einer sozialistischen Perspektive – er war Mitglied der kommunistischen Partei Argentiniens PCR. Zugleich stand er für eine breite Einheitsfrontpolitik gegen den Staatsstreich, zusammen mit sozialdemokratischen und peronistischen Kollegen.
Auf der Website der PCR Argentinien wird Otto Vargas, der langjährige Generalsekretär der PCR Argentinien zitiert, der über René Salamanca schreibt: „Er war es, der in der argentinischen Gewerkschaftsbewegung etwas bis dahin Unbekanntes einführte: Er verdiente als Gewerkschaftsführer dasselbe wie zuvor als Arbeiter in der Fabrik und verband die Leitungsstätigkeit mit der regelmäßigen Rückkehr zur Produktion ... Eine weitere wirklich bemerkenswerte Eigenschaft ... war seine Fähigkeit, die Stimmung der gesamten Belegschaft zu erfassen. ... Er war ein wahrer proletarischer Führer.“ (https://pcr.org.ar/nota/rene-salamanca-un-verdadero-dirigente-proletario/)
Ein Bochumer Opel-Arbeiter hat auf der Grundlage von Material argentinischer Kollegen und Genossen ein Flugblatt zum Gedenken an René Salamanca erstellt
"SALAMANCA, René Rufino (Provinz Córdoba, Argentinien, 9.7.1940 – inhaftiert und verschwunden (ebenso hunderte Vertrauensleute) in der Stadt Córdoba, Argentinien, 24.3.1976). Metallarbeiter (Dreher), Generalsekretär des Córdoba-Zweigs von SMATA (argentinischer Gewerkschaftsverband) und Aktivist der Revolutionären Kommunistischen Partei (PCR). Er führte ein, dass jeder gewerkschaftliche Funktionär an zwei Tagen in der Woche in der Produktion arbeiten geht und verwirklichte diesen Grundsatz auch selbst!
René Rufino Salamanca war der Anführer einer Arbeiterbewegung, die das Wiederaufleben des revolutionären Klassenkampfs kennzeichnete! Die Geschichte eines Drehers, die zum Vorbild für Tausende von Arbeitern wurde. All die Unmenschlichkeit der Vorgesetzten und sein unerschütterliches Bekenntnis zum Klassenbewusstsein brachten ihm zusätzlich den Hass der Gewerkschaftsführung ein. Er verstand, dass die Einheit der Arbeiter ihre einzige Stärke war, sich Respekt zu verschaffen und Erfolge zu erzielen. René Salamanca war es, der in der argentinischen Gewerkschaftsbewegung etwas bis dahin Unbekanntes einführte: Er verdiente als gewerkschaftlicher Geschäftsführer weiterhin dasselbe wie zuvor als Arbeiter in der Fabrik und verband die Managertätigkeit mit der regelmäßigen Rückkehr zur Produktion (2 Tage)! In den frühen Morgenstunden des Staatsstreichs vom 24. März 1976 wurde René verhaftet und verschwand spurlos. Er wurde in das geheime Gefangenenlager „La Perla“ verschleppt, gefoltert und geschätzt nach 30 Tagen ermordet. Am 27. August 2016 wurden der ehemalige Militärchef von Córdoba, Benjamin Menéndez und 27 weitere Mittäter wegen des Verschwindenlassens, der Folter und Ermordung von René Salamanca und mehr als 600 weitern Opfern verurteilt!"
Der Stellantis-Aktionstag ist ein guter Anlass, im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen deutlich zu machen, dass sie untrennbar mit dem politischen Kampf gegen Faschismus und Krieg verbunden ist. Macht das Gedenken an René, seine Kollegen und Genossen in den Automobilbetrieben bekannt.
Hier der Artikel im Original auf der OFFENSIV-Webseite mit dem gestalteten Flugblatt zum Download