Köln
Dialektische Methode erlernen – Zeit nehmen in bewegten Zeiten!
Seit Januar läuft in Köln der zweiwöchentliche Abendkurs des Arbeiterbildungszentrums „Die dialektische Methode allseitig erlernen " - "Die objektive Dialektik in Natur und Gesellschaft" (1. Semester)
"Obwohl" so viel los ist: In Köln gab es allein seit Januar neben den Ver.di-Streiks unzählige Demos zur Solidarität mit den Menschen Venezuela, Palästina, Kurdistan und dem Iran, sowie große Aktionen zum Internationalen Frauentag. … Selbstkritisch müssen wir sagen: Die Idee zum Kurs ist Monate alt. Das Bedürfnis nach Orientierung und Verarbeitung der vielfältigen Erfahrungen ist aber gerade angesichts der komplizierten Weltlage ist groß. Die rege und verbindliche Teilnahme aller zwölf Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer bestätigt das! "Den Termin hab ich mir ganz dick eingetragen im Kalender!", so eine junge Lehramtsstudentin.
Die Runde ist bunt gemischt. Aktive Gewerkschafter, Automobilarbeiter, couragierte Frauen, rebellische Studierende und Rentnerinnen und Marxisten-Leninisten. Die Lebenserfahrungen umfassen auch viele Jahrzehnte und Länder: Kurdistan, Brasilien, Iran, Türkei, Myanmar. Wir bekommen tiefe Einblicke und lernen voneinander. Und wir beißen uns zusammen mit der Kursleitung durch: Gibt es nur eine Wirklichkeit oder lebt jeder in seiner eigenen? Wie ist der Zusammenhang von Sein und Bewusstsein? Warum ist es ein Problem, wenn wir bei einfachen Zusammenhängen stehenbleiben?
Wir erkämpfen uns ein höheres Verständnis von der dialektisch-materialistischen Methode: Wir müssen sie anwenden, wenn wir in die Lage kommen wollen, die universelle Wirklichkeit mit ihren Bewegungsgesetzen zu verstehen, und Klassenbewusstsein zu bilden, um die kapitalistische Welt zu verändern: in eine befreite, sozialistische Gesellschaft. Dabei tauchen viele Fragen auf und werden kollektiv beantwortet: Was ist eigentlich Ausbeutung? Wer gehört zur Arbeiterklasse? Wir einigen uns auch auf die wissenschaftlichen Begriffe, was unsere Vereinheitlichung stärkt. Z. B. dass "Mehrwert" nicht bedeutet, dass die Arbeit eines Industriearbeiters für uns als fortschrittliche Menschen "mehr wert" ist, als die einer Erzieherin.
Dagegen sind für einen Kapitalisten Mehrwert und Profit zentral. Dabei ist er Nutznießer der Arbeit von Erziehern und Erzieherinnen, die dazu beitragen, neue Arbeitskräfte heranzubilden. Da rauchen schon mal die Köpfe. Mit Freude und Spannung wird der nächste Abend erwartet, wo sich vieles klärt und nochmal so viele neue Fragen auftauchen. "Alles ist schwer, bevor es leicht wird."
Zur Nachahmung empfohlen!