Gastbeitrag

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Deutsche Delegation auf humanitärer Mission – Türkei antwortet mit Folter

Der freie Journalist Elis Ilay berichtete der Rote-Fahne-Redaktion über eine Pressekonferenz, die vor kurzem in Hannover stattgefunden hat. Dort berichteten Teilnehmer der Peoples Caravan über das Vorgehen gegen sie im Rahmen einer Solidaritätsreise für die von der Türkei angegriffene Demokratische Föderation Nordostsyriens. Am 12. Februar berichteten Teilnehmer außerdem in Frankfurt am Main. Hier der Bericht von Elis Ilay aus Hannover (Auszüge):

Mit dem Ziel, internationale Solidarität Praxis werden zu lassen, haben sich Ende Januar über 150 Internationalist:innen, Journalist:innen, Ärzt:innen und Lehrer:innen mit der Peoples Caravan auf den Weg nach Kobanê gemacht. Die Stadt Kobanê in Rojava, dem selbstverwalteten Gebiet in Nord- und Ostsyrien, gilt als Hoffnungsschimmer der Rojavarevolution und liegt unweit der türkischen Grenzstadt Suruç (Pîrsûs). Genau diese Revolution und die Stadt Kobanê als Symbolbild der praktischen Solidarität und dieser Revolution werden seit dem 6. Januar von der syrischen Übergangsregierung mithilfe der dschihadistischen Milizen der HTS in einer Großoffensive angegriffen. In Kobanê kam es aufgrund der Angriffe und der Abschirmung der Stadt durch die HTS und der geschlossenen Grenzübergänge des türkischen Staates zu andauernden Stromausfällen, Problemen in der Wasserversorgung und einer lebensbedrohlichen Gesundheitslage Tausender Menschen, insbesondere vieler Kinder.

Über die Zeit in der Karawane

Die Peoples Caravan, eine Initiative zur Verteidigung der Menschlichkeit, möchte genau hier ansetzen, mit dem Ziel, die Belagerung von Kobanê zu durchbrechen und auf die humanitäre Lage in Rojava, auf die Angriffe auf die Selbstverwaltung und auf die fast täglichen Waffenstillstandsbrüche von Seiten der HTS aufmerksam zu machen. Für dieses Ziel machte sich die Karawane aus Europa auf den Weg, um über die Türkei nach Rojava zu reisen. Ein Teil der Karawane war dabei öffentlichkeitswirksam mit starker Präsenz auf Social Media, mehrfachen Stopps für Pressekonferenzen und verzierten Autos unterwegs – dieser Teil wurde an der Grenze von Griechenland zur Türkei gestoppt und durfte nicht einreisen. Eine Konsequenz der medialen Präsenz, die die Karawane nicht überraschend traf. Zeitgleich hat sich daher ein „unsichtbarer Teil“ der Karawane medial zurückhaltend auf den Weg gemacht und so mit 29 Aktivist:innen den Grenzübergang passiert und Suruç für eine Pressekonferenz erreicht. Auch eine weitere internationale Delegation mit 16 Internationalist:innen, darunter drei Journalist:innen, war vom 24. bis 28. Januar in der Südtürkei (in Nordkurdistan) unterwegs. Von den Erfahrungen der beiden Delegationen haben jeweils zwei Teilnehmende bei einer Pressekonferenz am 12. Februar in Frankfurt berichtet. Sie zeichneten ein Bild der Reaktion, mit der der türkische Staat einer humanitären Mission und unabhängigem Journalismus begegnet.

 

Die internationale Delegation war in Amed (Diyarbakir) und Nusaybin bei den Protesten gegen die anhaltenden Angriffe auf die Selbstverwaltung vor Ort und hat darüber berichtet. Sie hat an Pressekonferenzen teilgenommen und Interviews auf Demonstrationen geführt. Während ihrer Treffen und Berichterstattung auf den Demonstrationen wurden sie von der türkischen Polizei und dem Geheimdienst beobachtet. ...

 

Hier gibt es die komplette Berichterstattung