Kundgebung in Essen-Frohnhausen

Kundgebung in Essen-Frohnhausen

Courage Essen: ",Womens Voice‘ gegen Gewalt an Frauen“

60 Teilnehmerinnen (und Teilnehmer) setzten mitten in Essen-Frohnhausen ein klares Zeichen: Wir werden Gewalt an Frauen, ob im Netz oder anderswo, nicht weiter hinnehmen!

Korrespondenz
Courage Essen: ",Womens Voice‘ gegen Gewalt an Frauen“
Bild von der Kundgebung (rf-foto)

Collien Fernandes, die mutig seit Jahren gegen Deepfake-Pornos kämpft, gehört unsere volle Solidarität. Zumal sie aktuell Morddrohungen erhalten hat.¹ Das macht uns zusätzlich wütend! Gisèle Pelicot fasste zusammen: „Die Scham muss die Seiten wechseln!“²

 

Die Aktion „Womens Voice“ geht auf die Idee einer jungen Frau zurück. Sie wurde vom Frauenverband Courage aufgegriffen und binnen weniger Tage umgesetzt: Es geht darum, zusammenzuhalten und uns gegen Gewalt an Frauen zu wehren, damit das Thema nicht wieder aus den Medien und aus der gesellschaftlichen Debatte verschwindet.

 

Die Lieder, Gedichte und Beiträge am offenen Mikrofon machten klar: Viele Frauen sind unfassbar wütend über die Situation, über Gewalt, Faschisten, Kriege. Aber mit dieser Wut müssen wir irgendwohin. Diese solidarische Aktion hat uns Mut gemacht, dass wir etwas bewegen und verändern können. Denn es braucht klare strafrechtliche Konsequenzen und ein Ende der Bagatellisierung digitaler Gewalt. Aber es braucht auch noch viel mehr, denn die Gewalt gegen Frauen in allen Bereichen ist ein strukturelles Problem im kapitalistischen System. Wir wollen unsere Töchter und Söhne nicht für die Kriege um Macht und Einfluss hergeben, sondern in Frieden leben, überall auf der Welt.


Die Beiträge berührten und bewegten: Das Gedicht einer indigenen Aktivistin war ein kleiner Ausblick in die Welt. Eine Frau berichtete, dass es in ihrer Familie zwei Femizide gegeben hat und sie bis heute darum kämpft, dass diese wirklich aufgeklärt werden. Eine andere trug ein selbstgeschriebenes Gedicht (auf Englisch) vor, das Mut machte, nicht „a woman“ (eine Frau), sondern die vielfältigen Fähigkeiten dieses Menschen zu sehen. Ein Junge, der mit seinen Eltern teilnahm, trat mutig nach vorne und protestierte gegen Gewalt an Frauen – er hatte ein Schild dabei: „Stronger together!“

 

Am Ende waren alle einig: Das war ein guter Start, aber wir müssen das öfter machen. Denn solange es diese Gewalt an Frauen gibt, darf das nicht aus der öffentlichen Diskussion wieder verschwinden! Auf der Wut- und Wünschewand kam so auch noch einiges zusammen. Und es wurden viele Adressen ausgetauscht und Kontakte geknüpft. Courage will das in Essen weiter mit in die Hand nehmen.