Staatliche Behörden sehen fast tatenlos zu

Staatliche Behörden sehen fast tatenlos zu

Italien: „Arbeitsvermittlung“ Caporalato richtet Erntehelfer auf grausame Weise hin

Obwohl die illegale Organisation Caporalato in Italien verboten ist, kann sie offensichtlich weiterhin die Arbeiter gnadenlos ausbeuten – und sogar töten! Das Caporalato ist eine mafiöse Organisation, die in den vergangenen Jahrhunderten in Italien entstand, um dort und im Rest der Welt billige Arbeitskräfte anzuwerben.

Von Ulrich Achenbach, Bochum

Die Süddeutsche Zeitung berichtete am 8. Juni über folgende Gräueltaten: Vier Erntehelfer aus Pakistan und Afghanistan wurden in Kalabrien lebendig in einem Auto verbrannt, nur ein Afghane überlebte.


Der Überlebende sagt, es habe Streit um die Bezahlung gegeben, da sie seit April keinen Lohn erhalten hätten. Die Autorin Elisa Britzelmeier, Rom, schilderte die Einzelheiten (Auszug): "Der Fall wirft ein Licht auf die sklavenähnlichen Bedingungen, unter denen Menschen Italiens Obst und Gemüse ernten, bevor es in europäischen Supermärkten verkauft wird, geschätzt werden etwa 200 000 bis 400 000 Menschen.


Taj Mohammad Alamyar hat überlebt. Er hat den Kofferraum aufgestemmt, hat es nach draußen geschafft, da waren seine Unterarme schon von den Flammen versengt. Alamyar, Afghane, 1991 geboren, konnte sich aus dem Auto befreien. Als Einziger. Durch ein Tankstellen-Video und die Aussage des Überlebenden konnten die Ermittler zwei Tatverdächtige ermitteln.

 

Beide kommen ebenfalls aus Pakistan, beide schweigen bisher zu den Vorwürfen. 'Sie wollten uns umbringen, weil wir um Geld oder einen Arbeitsvertrag gebeten hatten', zitiert die Zeitung Il Sole 24 Ore aus seiner Aussage vor dem Ermittlungsrichter. Vereinbart gewesen seien eigentlich 45 Euro pro Tag, für acht Stunden. Doch bezahlt worden seien sie zuletzt im April. "


Fälle sind nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern auch aus dem Baugewerbe bekannt, und das Phänomen beschränkt sich nicht auf Süditalien. In Mailand laufen derzeit Ermittlungen wegen einer ähnlichen Form von Ausbeutung auf der Baustelle des künftigen US-Konsulats. Dort soll es um Löhne zwischen 1,43 Euro und 1,80 Euro pro Stunde gehen.

 

Eindeutig ist die Heuchelei der faschistischen italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für ihre „Anteilnahme“ zu verurteilen! „Italien weicht angesichts von Gewalt und Barbarei nicht zurück“, schrieb sie auf der Plattform X und forderte vollumfängliche Aufklärung. Wenn es wirklich um Aufklärung ginge, wäre das seit 2011 verbotene Caporalato polizeilich aufgelöst worden und diese Verbrecher säßen im Knast!