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Weimer von hunderten Demonstrantinnen und Demonstranten gebührend empfangen

Gestern Abend wurde im Gewandhaus zu Leipzig die diesjährige Leipziger Buchmesse feierlich eröffnet.

Von gis
Weimer von hunderten Demonstrantinnen und Demonstranten gebührend empfangen

Weniger feierlich war es für Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Unter dem Druck der geharnischten öffentlichen Kritik an seiner unsäglichen Kriminalisierung von drei linken Buchhandlungen hatte er ja schon den heutigen ministeriellen Messerundgang abgesagt, unter die Besuchermassen traut er sich nicht - siehe auch hier. Im Gewandhaus hingegen, wo er ein Grußwort zur Eröffnung zu sprechen hatte, wähnte er sich wohl sicher vor Kritik und Widerspruch. Jedoch weit gefehlt. Innerhalb kurzer Zeit hatten die Gewerkschaft Ver.di und andere fortschrittliche Initiativen eine Protestkundgebung von mehreren hundert Menschen vor dem Gewandhaus organisiert, die lautstark seinen Rücktritt forderten.

 

Am Pranger stand Weimer, weil er aufgrund dubioser Verdachtsmomente des Inlandsgeheimdienstes drei linke Buchhandlungen einfach mir nichts dir nichts aus dem Buchhandlungspreis ausgeschlossen hatte. Und dazu noch hanebüchen gelogen: Die unabhängige Fachjury habe diese Buchhandlungen nicht nominiert. Das stimmt überhaupt nicht und die Jury-Mitglieder sind zu Recht hell empört. Etliche Demonstranten stellten den Zusammenhang her zu Weimers faschistoider Gesinnung. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse gestern Abend verteidigte er dreist sein Vorgehen und wurde dafür sogar im feierlichen Rahmen der Eröffnungsveranstaltung ausgebuht.