Friedenskampf

Friedenskampf

Was hat die Bundeswehr auf der Messe zu suchen?

Ich arbeite in einem Großhandel für Sanitär, Heizung, Klima, Installationsmaterial usw. im Außendienst. Wir sind sozusagen die Schnittstelle zwischen den Herstellern und Handwerksbetrieben.

Korrespondenz aus Ostdeutschland

Vor kurzem war ich auf einer Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und Elektro in Essen. Dort stellen Hersteller ihre neuen Produkte vor und Handwerksbetriebe können sich über Neuheiten informieren. Das ist auch für mich immer interessant. Diesmal habe ich nicht schlecht gestaunt, als ich einen Riesenstand der Bundeswehr erblickte. Wollen die jetzt Toilettenschüsseln kaufen, oder was haben die den Handwerkern anzubieten? Nichts von alledem. Es war eine reine Propaganda-Show, um junge Leute für die Bundeswehr zu werben.


Dafür werben sie mit modernen Waffensystemen, als ob es sich nicht um tödliche Systeme handelt. Nach dem Motto: Wer beschützt uns, wenn wir angegriffen werden? Wer uns angreifen soll, wird verschwiegen. Auch dass wir noch nie so nah dran waren, dass junge Leute dafür ausgebildet werden, real von der Waffe tödlichen Gebrauch zu machen. Solche Propaganda-Shows sind nichts anderes als Teil der Herstellung der Kriegstüchtigkeit und Militarisierung der Gesellschaft.


Aufrüstung für den Krieg soll als alternativlos in der Gesellschaft verankert werden. Und wer das ablehnt, muss schon aufpassen, nicht als Vaterlandsverräter abgestempelt zu werden. Dabei gibt es eine Alternative, eine weltweite Einheitsfront gegen Faschismus und Krieg. Im Übrigen haben sich vor allem die Handwerker auf der Messe über den Bundeswehrstand aufgeregt. „Wir suchen händeringend Fachkräfte und die machen uns Konkurrenz.“ Na ja, denke ich, es ist zwar besser, jemand lernt Klempner, als dass er zur Bundeswehr geht. Wir sollten aber auch unter den Handwerkern Überzeugungsarbeit leisten, dass sie Teil der Friedensbewegung werden.