Betriebsratswahlen
VW Zwickau: „Aufmischen“ krachend gescheitert
Die faschistische AfD war angetreten, sich bei den diesjährigen Betriebsratswahlen ein organisiertes Standbein in Großbetrieben zu schaffen. Bei VW Zwickau trat das faschistische „Bündnis freie Betriebsräte“ zur Betriebsratswahl an.
Ihr Listenführer ist der AfD-Politiker Lars Bochmann, der für die AfD im Stadtrat von Aue-Bad Schlema sitzt. Bei den wegen Formfehlern vorgezogenen Neuwahlen 2025 erreichte das BfB vier Mandate, die IG Metall holte die anderen 33.
Das BfB träumte mit ausdrücklicher Unterstützung der AfD dieses Jahr von vergleichbaren Ergebnissen zu den AfD-Stimmenanteilen bei einigen Wahlen. Bochmann – ganz bescheiden – prahlte siegessicher: „Unser Ziel ist die Mehrheit.“
Er bekam Unterstützung von einer bundesweiten Meinungsmache. Wenige Tage vor der Wahl gab es eine koordinierte Medienkampagne übelster Sorte. Bild titelte am 12. März: „Mischen AfD-Betriebsräte bald VW auf?“ Und der Spiegel schrieb am 9. März: „Das VW-Werk in Zwickau könnte das erste in Deutschland werden, in dem AfD-nahe Betriebsräte eine relevante Rolle übernehmen. Selbst eine Mehrheit ist nicht ausgeschlossen.“
Sehr seltsam, wie plötzlich eine bundesweit so unbedeutende Gruppe wie das BfB in den bürgerlichen Medien richtig gepusht wurde. Das war aber letztlich alles Pfeifen im Walde. Die Betriebsrats-Wahl brachte folgendes Ergebnis: IG Metall: 88,55 Prozent, 29 Sitze. „Bündnis freie Betriebsräte“: 11,51 Prozent, vier Sitze. „Die andere Liste“: 7,3 Prozent, zwei Sitze.
Damit ist die AfD mit ihrem Ziel, die Mehrheit im Betriebsrat zu erzielen, krachend gescheitert. Sie hat gegenüber der Wahl 2025 sogar 16 Prozent Stimmen verloren! Die IG-Metall-Liste hat mit 29 Sitzen die Wahl klar gewonnen. Kleinlaut musste die Bild-Zeitung am 18. März in einem Artikel zu den bundesweiten Betriebsratswahlen zugeben: „IGM holt fast 80 Prozent der Stimmen“. Zu den Wahlen bei VW Zwickau zitieren sie Christiane Benner, die zu Recht feststellt: „Von einem Rechtsruck kann in den Betrieben keine Rede sein.“
Die MLPD gratuliert herzlich zu diesem erkämpften Erfolg im Gegenwind im Kampf für die Festigung der Einheitsgewerkschaft und gegen die modernen Faschisten!
Niederlage für die Faschisten – kein Zufall!
Die Schlappe für die Faschisten ist nicht vom Himmel gefallen, sondern war das Ergebnis einer systematischen und geduldigen Überzeugungsarbeit. Schon seit Jahren entlarven aktive Antifaschisten im und vor dem Betrieb das faschistische BfB. Daran hat auch die MLPD guten Anteil.
Zum nötigen „Offensiv-Modus“ gehört ein festes Vertrauen in die Möglichkeit, mit den meisten Kolleginnen und Kollegen kritisch über den Einfluss des BfB zu diskutieren. „Keine schlafenden Hunde wecken“ hat sich dagegen nicht bewährt.
Eine große Hilfe für die Auseinandersetzung war die Broschüre „Was tun gegen die akute Gefahr von rechts – am Beispiel der faschistischen Betriebsratsgruppe ‚Zentrum Automobil‘ bei Mercedes“. Ihre Autoren – ein IG-Metall-Vertrauensmann und ein Mitglied der VVN aus Stuttgart – führten mit ca. 30 Kolleginnen und Kollegen von VW Zwickau eine Gesprächsrunde durch, die guten Anklang fand.
Die Broschüre wurde ein Renner und massenhaft in und vor dem Betrieb vertrieben. Ihr Kern ist die Enthüllung der Methode der modernen Faschisten. Sie kommen zunächst harmlos daher, setzen scheinbar an berechtigten Anliegen an. Ihr Weg führt aber in die faschistische Volks- und Betriebsgemeinschaft, zur Unterordnung unter die Betriebsführungen und zur Zerschlagung der Einheitsgewerkschaft.
In der Zwickauer VW-Belegschaft entwickelte sich dagegen eine wachsende Einheitsfront im Vorgehen gegen den Einfluss der BfB. Das hat große Zukunft!
Es gibt keinen Grund, sich zurückzulehnen. Elf Prozent Stimmen für das BfB sind elf Prozent an Stimmen zu viel. Die Ergebnisse in Zwickau und die damit verbundene Massen-Auseinandersetzung machen Mut. Sie beweisen, dass der antifaschistische Kampf umso überzeugender und erfolgreicher ist, wenn er mit tiefgehender Überzeugungsarbeit, dem Kampf um die Denkweise und Stärkung der IG Metall als überparteilicher Einheitsgewerkschaft auf antifaschistischer Grundlage geführt und verbunden wird.
Die immer bessere Zusammenarbeit von immer mehr Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen weltanschaulichen Richtungen im antifaschistischen Kampf ist der richtige Weg!