Das Spiel mit dem Feuer

Das Spiel mit dem Feuer

Verschärfung der akuten Weltkriegsgefahr in Nahost

Den Angriff der USA und Israels beantwortete die iranische Regierung mit der weitgehenden Sperrung der Straße von Hormuz, die für die weltweite internationalisierte Produktion weitgehende Auswirkungen hat.

Von har
Verschärfung der akuten Weltkriegsgefahr in Nahost
Die Insel Kharg aus der Luft. Hier ein Bild aus dem Jahr 1973, auf dem die Anlagen zur Ölverarbeitung schon gut zu erkennen sind. (foto: gemeinfrei)

Der faschistische US-Präsident Donald Trump fordert nun ein militärisches Eingreifen von NATO-Staaten in dieser Sache. Das zeigt, wie sehr er bereit dazu ist, die Welt haarscharf an den Rand eines Dritten Weltkriegs zu führen. Dass diese Staaten jetzt Trumps Forderung nicht nachkommen, vertieft wiederum die offene Krise der NATO. Die Führung dieses Kriegs gerät so ebenfalls in die Krise, denn nach wie vor ist auch Trump abhängig von der ökonomischen Durchführung.


20 Prozent der weltweiten Ölversorgung gehen durch den engen Seeweg der Straße von Hormuz. An diesem Öl hängen rund 30 Prozent der weltweiten Energieproduktion, die weltweite Logistik, die Chemieproduktion und alle Produktionen, die von diesen Bereichen abhängig sind.


Schon in den ersten zwölf Tagen wurden durch die Sperrung der Straße ca. 250 Millionen Barrel weniger Öl geliefert¹. Die IEA, ein Energiekartell vor allem westlicher Staaten gegen die OPEC, hat jetzt 400 Millionen Barrel aus den Ölreserven freigegeben, um der Reduzierung der Öllieferungen entgegenzuwirken. Die Sperrung der Straße von Hormuz betrifft auch Rohstoffe für Düngemittel oder die Lieferung von Helium aus Bahrain, das für die Kühlung bei der Chipproduktion in Südostasien notwendig ist. Das trifft auch wichtige Importe in die arabischen Länder, die einen großen Teil ihrer notwendigen Güter, auch für ihre Industrie, importieren müssen. Dauert der Krieg und damit die Blockade dieses Seeweges länger, wird das weitgehende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben.


Als Erstes ist die Masse der Menschen betroffen – weltweit mit drastisch steigenden Preisen. Sie werden auch die Opfer der weiteren wirtschaftlichen Folgen dieses Krieges sein, was ihre Widersprüche zu ihren imperialistischen Regierungen weiter verschärfen wird. Diese wiederum fürchten berechtigt um ihre Massenbasis. Das ist ein weiterer Grund für die Probleme der Kriegsführung.


Trump zum Beispiel setzt die steigende Inflation in den USA gerade mächtig zu und schrammt sein selbstverliebtes Selbstbild vom "Macher" und mindestens Genie, der gerade alles im Griff hat und für die Massen in den USA alles perfekt regelt, doch gehörig an. Das wiederum verschärft die Aggressivität der Trump-Administration in der Kriegsführung. Trumps Hilferuf an die NATO-Staaten zeigt, wie tief er selbst in der Krise steckt. Diese tiefe Krise macht ihn aber auch äußerst gefährlich. Entsprechend wundert es nicht, dass Trump dem faschistischen iranischen Regime jetzt öffentlich im Gegenzug zu der Blockade der Straße von Hormuz mit der Besetzung oder Zerstörung der Insel Kharg im Persischen Golf droht, über die 90 Prozent der Ölexporte des Iran transportiert werden. Trump brüstete sich mit einem Schlag gegen militärische Anlagen auf dieser Insel und tönte am 14. März, die Vereinigten Staaten könnten Kharg "nur zum Spaß noch ein paar Mal ins Visier nehmen²." Die Auswirkungen, die die Zerstörung der riesigen Ölindustrie auf der Insel auf die Umwelt haben würde, kann sich jeder vernünftige Mensch ausmalen. Für Trump hingegen spielt das eine untergeordnete Nebenrolle.


Er behauptet, diese Angriffe seien ohne Opfer geblieben. Das ist das Muster der Propaganda, die das Massenbombardement gegen den Iran als chirurgische Schläge kleinreden will. Tatsächlich ist das ein gefährlicher Flächenbrand im Nahen Osten, der bereits jetzt Auswirkungen auf die Massen in vielen Teilen der Welt hat und sich massiv auf die globale Umweltkatastrophe auswirkt.


Trump kann mit seiner überlegenen Militärmaschinerie mit der Zerstörung der Insel Kargh die iranische Regierung hart treffen. Die Vorstellung, dass diese Regierung eines imperialistischen Landes dann einfach kapituliert, existiert nur in den Träumen von Trump. Zumal das iranische Regime eng mit den imperialistischen Großmächten Russland und China verbunden ist und selbst staatsmonopolistische Strukturen hat. Über 90 Prozent der Ölexporte des Iran über die Insel Kharg gehen nach China. Diese Tanker lässt die iranische Führung die Straße von Hormuz passieren. Ein solcher Schlag gegen die Insel Kharg wäre auch ein Angriff auf China. Er bedeutet sowohl weltweit wie gegen den Iran eine dramatische Verschärfung und damit auch Verlängerung dieses Krieges. Wenn man sich dann noch vor Augen führt, dass der US-Partner in diesem Krieg, Israel, gleichzeitig einen offenen Krieg im Libanon führt und Trump heute, nach Angaben von Reuters, die Entsendung von Tausenden US-Soldaten im anhaltenden Krieg im Iran erwägt, dann wird deutlich, wie nah dieser Krieg in der Region an der Auslösung eines Dritten Weltkriegs liegt.


Die Folgen eines solchen direkten Angriffs im Persischen Golf sind unabsehbar und lassen auch einen Kanzler Merz vor einem direkten Eingreifen zurückschrecken, auch wenn er bisher den Krieg von Trump und Netanjahu voll unterstützt.


Wir brauchen einen weltweiten aktiven Widerstand gegen diese brandgefährliche Verschärfung der akuten Gefahr eines Dritten Weltkrieges.