Thüringen

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Revolutionäres Gedenken an die Erfurter März-Kämpfer

Zum ersten Mal fand ein gemeinsames revolutionäres Gedenken an die Erfurter Gefallenen der Märzkämpfe 1920 statt. MLPD, DKP, REBELL und Rotes Erfurt gedachten der von der Reichswehr ermordeten März-Kämpfer Willi von der Weth, Arthur Walther und Franz Weibezahl auf dem Erfurter Hauptfriedhof.

Korrespondenz
Revolutionäres Gedenken an die Erfurter März-Kämpfer
Bild vom Gedenken (rf-foto)

Als im März 1920 der reaktionärste Teil des Finanzkapitals die erkämpften Errungenschaften der Novemberrevolution zunichte machen wollte, rief die KPD mit anderen Kräften zum Generalstreik auf und dazu, sich zu bewaffnen und den faschistischen Putsch niederzuschlagen. Hunderttausende folgten dem Aufruf. In Thüringen standen Zehntausende Arbeiter unter Waffen.


Eine unbesiegbare Macht entstand! In seiner Ansprache legte ein Erfurter Arbeiter aus dem Großbetrieb die Ereignisse damals dar: Als der Kapp-Putsch niedergeschlagen war, rief vor allem die SPD dazu auf, die Waffen niederzulegen. Die Thüringer Arbeiter folgten diesem Aufruf nicht. Der Gedanke kam auf, die Novemberrevolution zu Ende zu führen und die Waffen zu behalten.

 

In Gotha wurden Truppen der Reichswehr durch die März-Kämpfer gefangen gehalten. Die Reichswehr hisste die weiße Flagge. Doch das war ein Hinterhalt. Als sich die März-Kämpfer ihnen näherten, schoss die Reichswehr. Vermutlich sind so auch die drei Erfurter am 19. März 1920 erschossen worden.


Die DKP trug ein kulturvolles Gedicht vor. Die MLPD schlug in der Ansprache den Bogen zu heute und begrüßte die bislang noch kleinen, aber wichtigen Schritte im Aufbau einer antifaschistischen Front und weitete den Blick für den heute notwendigen Kampf gegen den Antikommunismus und für den Sozialismus. Umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung von kulturvollen Liedern.


Bereits am Vortag organisierte die Linkspartei ebenfalls eine kleine Gedenkveranstaltung. Im kommenden Jahr sollte um eine gemeinsame Veranstaltung gekämpft werden.