Naher Osten
Geplanter Ökozid nun auch im Westjordanland!
In Gaza findet nach wie vor ein Genozid und Ökozid statt. Das Problem ist nicht nur die Zerstörung von ca. 90 Prozent aller Gebäude, sondern auch der Wasserquellen, Kläranlagen und vieler landwirtschaftlicher Flächen.
Durch diesen alltäglichen Terror sollen die Menschen gezwungen werden, Gaza zu verlassen, weil ihnen dort die Lebensgrundlage entzogen ist und Krankheiten und Tod drohen. Nun berichtete am 16. Februar die arabisch-jüdische Partnerschaftsorganisation TA’AYUSH über Ökozid durch faschistische israelische Siedler mit Unterstützung des Militärs:
„Masafer Yatta ist die südlichste Region des von Israel seit 1967 besetzen Westjordanlandes. Palästinenser leben hier seit Generationen als Bauern und Viehhirten in kleinen Dörfern. Israel versucht seit Jahrzehnten, die palästinensische Bevölkerung von dort zu vertreiben. Eine seit langem praktizierte Methode dafür ist die fast ausnahmslose Verweigerung von Baugenehmigungen für PalästinenserInnen und die Demolierung jener Gebäude, die zwangsläufig ohne Baugenehmigung errichtet wurden. In der Regel handelt es sich dabei um sehr einfache Wohnhäuser, landwirtschaftliche Gebäude oder Dorf-Infrastruktur, zum Beispiel Schulen. Zeitgleich sprießen in derselben Gegend illegale jüdische Siedlungen wie die Pilze aus dem Boden.“
Neben Brandstiftung oder Zerstörung mit Buldozern von Agrarflächen kommt jetzt noch die Zerstörung durch Chemiegifte dazu:
„Die chemische Kriegsführung der Siedler weitet sich aus. Inzwischen wurden Hunderte von Dunam mit einer verdächtigen chemischen Substanz besprüht, die Pflanzen umbringt (siehe Foto). [1 Dunam = ca. 919 m2]. […] Es gibt auch mehrere Berichte […] über Schafe, die ohne erkennbaren Grund verendet sind oder Fehlgeburten erlitten. Die Ausbringung des Gifts erfolgt meist mit Drohnen. Drohnen, die groß genug für die Ausbringung von Chemikalien sind, brauchen eine Fluggenehmigung der Armee, und ihre Flüge werden von der Armee überwacht. Es wäre also im Prinzip leicht für die Polizei und die Armee, die mutmaßlichen Täter zu ermitteln, wenn sie daran Interesse hätten. Aber die Polizei ist nicht einmal bereit, Bodenproben zu nehmen.“
Die geschilderte Zerstörung lässt auch auf ein hohes Risiko für die betroffene Bevölkerung von Krankheiten wie Krebs, neurologische Schäden, Fehlgeburten und genetische Schäden zurückschließen.
Eine weltweite Solidaritäts- und Protestbewegung muss das sofortige Ende von Ökozid und Genzozid erzwingen. Umgehend müssen Menschen, Wasser und Boden gründlich untersucht und der Wiederaufbau inklusive der notwendigen Dekontamination begonnen werden. Eine zentrale Rolle hat hier auch der Wiederaufbau der Gesundheitsversorgung, am besten durch eine Geld- oder Sachspende oder Bereitschaft für persönlichen Helfereinsatz über die Organisation „Palästina muss leben“ unter dem Dach von Solidarität International!