Nahostkrieg / Lebensmittelproduktion

Nahostkrieg / Lebensmittelproduktion

„Düngemittelpreise steigen rasant – die Spekulation wütet“

Spätestens seit der Sperrung der Straße von Hormuz und dem Angriff des Iran auf eines der größten Stickstoff-Werke der Welt in Katar explodieren die Düngemittelpreise regelrecht. Steigende Lebensmittelpreise werden spekulativ vorausgesagt.

Von gz
„Düngemittelpreise steigen rasant – die Spekulation wütet“
Industrieanlage zur Harnstoffproduktion (foto: consigliere ivan from Bontang, Indonesia (CC0))

Wahr ist, dass die Herstellung von Stickstoffdünger zu über 90 Prozent vom Gas- oder Ölpreis abhängig ist. Die Verteuerung der Gaspreise um ein Drittel führt somit zur Verteuerung der Preise für Harnstoff oder Kalkammonsalpeter und natürlich auch für alle anderen stickstoffhaltigen Düngemittel – und zwar weltweit. Allerdings ist der Harnstoff-Preis in den letzten vier Wochen um zwei Drittel gestiegen.


Die Golfregion steht für 11,5 Prozent der weltweiten Düngemittelexporte, aber für 40 Prozent bei den Stickstoffdüngerexporten. Die Produktion von Stickstoffdünger hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten immer stärker auf Länder konzentriert, die eine hohe Gas- und Ölförderung haben und damit vor Ort relativ billig Ammoniak herstellen können. Ammoniak ist die Basis für alle weiteren Stickstoffdünger. Betroffen von den Lieferausfällen sind vor allem Indien und der indische Subkontinent, dessen Importe aus Katar, Oman und Saudi-Arabien kommen.


Europa ist betroffen wegen der steigenden Gaspreise. Dazu kommt, dass die EU seit Sommer 2025 Strafzölle auf Importe von Düngemitteln aus Russland verhängt hat. Die Importe aus Russland hatten sich im ersten Halbjahr 2025 um knapp 50 Prozent erhöht, wodurch westeuropäische Chemiemonopole Marktanteile verloren haben. Früher war die Ukraine, der Hauptexporteur von Harnstoff, inzwischen müssen sie selbst importieren.


Es gäbe auf der Welt mehr als genug Harnstoff, um die Welternährung zu sichern, wäre da nicht die imperialistische Konkurrenz und die akute Weltkriegsgefahr.


Die Lebensmittelpreise aus Spekulation in die Höhe zu treiben, ist aus rationaler Sicht eine Ungeheuerlichkeit. Aber das kapitalistische System ist nicht rational, sondern auf die Erzielung von Maximalprofit ausgerichtet. Dementsprechend ist die Preistreiberei hier systemimmanent.

 

Die Düngesaison in Westeuropa und in Deutschland hat bereits begonnen, mit Düngemitteln aus den Lagern der Handelsmonopole. Für den weiteren Bedarf ab April, z. B. Düngung von Mais, sind die Klein- und Mittelbauern schon jetzt gezwungen, steigende Preise zu bezahlen. Die größte Auswirkung auf die Lebensmittelpreise dürfte aber erst für das Frühjahr 2027 zu erwarten sein.


Die größte Schweinerei besteht seit längerem in den Erzeugerpreisen der Bauern, was vor allem die Klein- und Mittelbauern trifft. Die Getreidepreise, liegen auf dem Niveau von vor zehn Jahren! Ähnlich geht es den Schweinemästern, den Milchbauern, den Weinbauern.

 

Kampf dem weltweiten Hunger und der Spekulation mit Lebensmitteln!
Aktiver Widerstand gegen imperialistische Kriege und die Vorbereitung eines Dritten Weltkriegs!