Leserbrief

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Zum Pilotenstreik: So ein Satz war noch nie auf Rote Fahne News zu lesen

Diesen Leserbrief zum Artikel „Lufthansa-Piloten fordern verhandlungsfähiges Angebot“, der gestern auf Rote Fahne News erschien, kommt von einem Leser aus Dortmund:

Zum Pilotenstreik: So ein Satz war noch nie auf Rote Fahne News zu lesen
(Grafik: shutterstock_1298757385)

Im Artikel zum Pilotenstreik bei der Lufthansa las ich gestern den Satz: „Mit ihrer gewerkschaftlichen Organisierung und dem Streik als schärfstem Kampfmittel machen sich auch die relativ gut bezahlten Piloten die Erfahrungen der Arbeiterbewegung zunutze.“ So ein Satz war noch nie auf Rote Fahne News zu lesen.


„Streik als schärfstes Kampfmittel“ kenne ich von den Reformisten, die an die Reformierbarkeit des Kapitalismus glauben. Und wenn man googelt, antwortet die KI: „Der Streik gilt in Deutschland als das letzte Mittel (Ultima Ratio) im Arbeitskampf und wird oft als die 'höchste' oder stärkste Form der Auseinandersetzung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern verstanden. Er leitet sich aus der in Artikel 9 Absatz 3 des Grundgesetzes geschützten Koalitionsfreiheit ab.“


Dann habe ich solche Sätze auch schon in der Zeitung der DKP, UZ, gelesen. Das war vor allem in Zeiten, als die DKP offen das Konzept der antimonopolistischen Demokratie als Zwischenstufe für einen friedlichen Übergang vom Kapitalismus in den Sozialismus vertrat. Und dann gibt es noch anarchistische Gruppen, für die der Generalstreik die höchste Kampfform ist. So schreiben die Anarchosyndikalisten der FAU auf ihrer Webseite: „Mit ihrer Aktivität will die FAU neben einer konkreten Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen die soziale Revolution vorbereiten, mit der die klassen- und herrschaftslose Gesellschaft mittels Generalstreik erreicht werden soll".


Die Gemeinsamkeit der opportunistischen Anschauungen ist die Ablehnung des bewaffneten Aufstands. Entweder weil man sich im Kapitalismus eingerichtet hat oder den staatlichen Gewaltapparat maßlos unterschätzt. Im REVOLUTIONÄREN WEG 34 heißt es dazu: „Der bewaffnete Aufstand bzw. der bewaffnete Kampf als höchste Form des Klassenkampfs haben die Eroberung der politischen Macht und die Errichtung der Diktatur des Proletariats zum Ziel. Das ist die grundlegende Aufgabenstellung der Etappe der akut revolutionären Situation.“ (S. 445)

 

Weder die Rote-Fahne-Redakion noch der Autor hängen einer dieser opportunistischen Ansichten an. Trotzdem sind wir alle dem gesellschaftlich stattfindenden Kampf um die Denkweise ständig ausgesetzt. Das verlangt ein hohes Maß an Kontrolle und Selbstkontrolle.


Die MLPD hat qualifiziert, dass wir eine weltweite politische Gärung erleben, die das Potenzial einer revolutionären Gärung hat. Zur Voraussetzung eines bewaffneten Aufstandes in einer revolutionären Situation schreibt der RW weiter: „Es (die Eroberung der politischen Macht) setzt aber unbedingt eine gründliche, ideologische, politische und praktische Vorbereitung unter den breiten Massen voraus.“


Deshalb ist es wichtig, solche Fehler zu vermeiden.