Präsenz auf Rüstungsmesse
VW gibt die Deckung auf
Während VW-Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo die Umstellung auf Militärfahrzeuge als Option verkündet, zeigte die Enforce Tac „Deutschlands Leitmesse für Sicherheit und Verteidigung“ am 1. März in Nürnberg die einschlägigen Prototypen.
Das Militärfahrzeug MV1. ist „praktisch der Amarok 2.0 und das MV.2 ein militärischer Crafter“. Damit wird im Zuge der aktiven Kriegsvorbereitung die bisher geübte Deckung verlassen. Plattformen von VW sind längst im Einsatz der Streitkräfte. Bisher wurden sie allerdings von Aus- und Umrüstern bestellt und nach Kundenanforderungen angepasst. Es entstanden Fahrzeuge namens “handelsüblich mit militärischer Sonderausstattung” (hümS) bzw. hümS gl (geländegängig). So der weitverbreitete T5/T6 Transporter („Widder“).
Diese Prozedur entspricht offenkundig nicht mehr dem aktuellen Bedarf. Der MV.2 ist laut Volkswagen der mobile Einsatzraum für militärische und taktische Spezialanforderungen. Er basiert auf dem VW Crafter. Er bietet ideale Voraussetzungen für vollwertige mobile Arbeitsbereiche, von der Führungs- und Leitstelle über medizinische bis hin zu logistischen Lösungen, oder einen flexiblen Truppentransport.
Der Prototyp erscheint geradezu prädestiniert für das VW-Werk in Osnabrück. Der Mehrmarken-Standort gilt als Kompetenzzentrum für Cabriolets, Roadster sowie Kleinserien. Er ist auf Nischenmodelle und geringe Stückzahlen spezialisiert, die eine hohe Flexibilität erfordern, inklusive Entwicklung, Simulation und Bau von Erprobungsträgern. Rund 2.300 Beschäftigte produzieren dort komplexe Fahrzeuge für Marken wie Porsche, VW, Skoda und Bentley. Die Fertigung des T-Roc Cabriolet endet Mitte des Jahres 2027. Für einen aktuellen Auftrag des Rüstungskonzerns Rheinmetall zur Produktion gepanzerter Fahrerkabinen im Werk Osnabrück werden maximal 100 Arbeitsplätze benötigt.
Daniela Cavallo erhofft sich von der Option, die Schließung des Werkes Osnabrück „zukunftsfest“ zu verhindern. Doch was soll „zukunfstfest“ an einer Entwicklung sein, die in einen Dritten Weltkrieg mündet, auch forciert durch die Schaffung einer Großmacht Europa? Die Stilllegung des Werks in Emden wurde durch den Kampf der Kollegen verhindert und nicht durch neue Geschäfte mit der Rüstung, wie sich Daniela Cavallo das vorstellt: „Ich bin der Meinung, dass Deutschland und Europa unabhängiger werden müssen im Bereich Verteidigung. Die Welt hat sich stark verändert. Deshalb ist es wichtig, dass Europa dort ein Gegengewicht aufbaut.“ (Cavallo laut dpa am 3. März 2026)
„Unserer Hände Arbeit darf nicht dem Krieg dienen“, diese Haltung des DHL-Kollegen Christofer T. ist zukunfstwisend. Keine Werksschließungen! Schaffung von Ersatzarbeitsplätzen auf Kosten der Profite, unter anderem im Umweltschutz!