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Viel beachtete Pressekonferenz und große Solidarität mit Eva Maria Michelmann und ihrer Familie

Gestern Nachmittag fand in Köln eine vielbeachtete Pressekonferenz statt: In Raqqa, Nordsyrien, sind die Journalistin Eva Maria Michelmann und ihr Kollege von Kräften der syrischen Übergangsregierung gefangengenommen beziehungsweise entführt worden.

Von rs
Viel beachtete Pressekonferenz und große Solidarität mit Eva Maria Michelmann und ihrer Familie

Auf dem Podium standen Rede und Antwort: eine Vertreterin von Peoples Bridge, der Rechtsanwalt Roland Meister, der Bruder Toni Michelmann und ihre Mutter Rotraut Hake-Michelmann. Mit rund 40 Personen war der Raum der Pressekonferenz gut gefüllt, mit Journalisten, Kameras und Mikrofonen von WDR, RTL, n-tv, Deutschlandradio, Deutschlandfunk, einer kurdischen Nachrichtenagentur und der Roten Fahne.

 

Der WDR-Vertreter wollte Näheres über den journalistischen Hintergrund von Eva Maria wissen. Die Anwesenden erfuhren von ihrem Bruder Antonius Michelmann, dass sie seit etwa vier Jahren als Journalistin in Rojava tätig ist und dies auch schon vorher hier in Deutschland für linke Medien war. Sie habe mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung studiert, ergänzte ihre Mutter Rotraut. Ihre Tochter Eva Maria sei immer schon eine mutige, hilfsbereite weltoffene Frau gewesen. Rojava war für sie die Hoffnung für eine befreite Gesellschaft. Sie sei selbst in großer Sorge um Eva. Ihre Tochter sei aber auch eine von vielen, die diese ideale in die Tat umzusetzen versucht.

 

Rechtsanwalt Roland Meister erläuterte die gesamte derzeitige Lage in Nordsyrien, wo die kurdische Selbstverwaltung von der Übergangsregierung in Syrien militärisch angegriffen wurde mit einer hohen Zahl von Opfern. Er führte aus, dass das Auswärtige Amt der Bundesregierung die politische Brisanz dieses Fall inzwischen erkennen musste, wie er in einem längeren Telefonat erfahren habe. Eva Maria war als deutsche Staatsangehörige mit einem offiziellen internationalen Presseausweis in der Region Rojava tätig und eine Gefangennahme durch Kräfte, die der aktuellen Übergangsregierung zuzuordnen sind, muss von der Bundesrepublik unbedingt aufgeklärt werden.

 

Auch die Deutsche Journalisten Union in Ver.di, die Vereinigung Reporter ohne Grenzen und der Internationale Journalisten Verband haben sich ausdrücklich an die Seite von Eva Maria gestellt und werden ihrerseits alles in ihrer Macht stehende tun, ihr Schicksal und das ihrer Kollegen aufzuklären, in der Hoffnung, dass sie gesund aus ihrer Gefangenschaft wieder entlassen wird. Es wurde allerdings auch darauf hingewiesen, dass man nach 50 Tagen, seitdem Eva Maria und ihr Kollege ohne Lebenszeichen sind, auch mit dem Schlimmsten rechnen muss.

 

Von großer Bedeutung ist es, dass inzwischen über 1000 Menschen aus den selbst verwalteten Gebieten in Nordsyrien entführt und gefangengenommen wurden und auch deren Freilassung in diesem Zusammenhang erreicht werden muss. Dies führte Toni Michelmann aus. Er berichtete auch, dass seine Schülerinnen und Schüler über Tiktok das Verschwinden von Eva Maria bekannt machen und sie schon über 600.000 Menschen erreicht haben.

 

Er bedankte sich bei politischen Parteien in Deutschland wie der Linkspartei und der MLPD für die große Unterstützung. Roland Meister wies darauf hin, dass er Verbindung zur diplomatischen Vertretung der selbst verwalteten Region Rojava in Deutschland aufgenommen hat. Diese will ihrerseits auch alles daransetzen, dass Eva Maria und natürlich auch alle anderen gefangenen genommenen Personen wieder freigelassen werden. Auch für Letzteres setzte diese Pressekonferenz ein Zeichen der Solidarität. 

 

Pressemitteilung von Peoples Bridge vom 10.3.26

 

Siehe auch https://deutsch.anf-news.com/kultur/familie-fordert-aufklarung-uber-verschwinden-der-journalistin-eva-maria-michelmann-50658