Palästina muss leben!
Gaza und Westjordanland: Im Schatten des Irankriegs verschärfen sich Hunger und Vertreibung
Im Schatten des Angriffskrieg gegen den Iran führt die Netanjahu-Regierung im Gaza eine neue Hungersnot bewusst herbei.
So berichtet die US-amerikanische antizionistische Plattform MONDOWEISS: „Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran war vom ersten Tag an im Gaza-Streifen zu spüren. Sobald der Krieg am Samstag, dem 28. Februar, ausbrach, äußerten die Palästinenser im Gaza-Streifen sofort ihre Befürchtungen hinsichtlich möglicher Grenzschließungen und der Beschränkung der Einfuhr von Hilfsgütern, da sie davon ausgingen, dass die Feindseligkeiten wahrscheinlich wochenlang andauern würden. Es dauerte nicht lange, bis sich ihre Befürchtungen bewahrheiteten.“
Israel schloss fast sofort alle Grenzübergänge nach Gaza, einschließlich derjenigen, die für humanitäre Hilfe vorgesehen waren. Israel hatte noch nicht einmal angekündigt, dass die Grenzübergänge geschlossen werden. „Niemand in Gaza hat den Geschmack des Hungers vergessen“, sagte Mahmoud al Qarra, ein 55jähriger Bewohner von Khan Younis, gegenüber Mondoweiss. „Auch haben sie sich noch nicht von der Hungersnot erholt.“
Am Samstagmorgen verdoppelten sich die Preise für Zucker, Fleisch, Käse und andere Grundnahrungsmittel. Später am Tag gab die israelische Behörde COGAT, die für die Verwaltung der besetzten palästinensischen Gebiete zuständig ist, bekannt, dass alle Grenzübergänge geschlossen werden und humanitäre Hilfe für den Gaza-Streifen bis auf Weiteres ausgesetzt wird. Diese Maßnahme wurde von COGAT als Ergebnis „notwendiger Sicherheitsanpassungen“ beschrieben. In ihrer ganzen Menschenverachtung erklärte die israelische Regierung, die Schließung habe „keine Auswirkungen auf die humanitäre Lage“ in Gaza, da die „erheblichen Mengen an Lebensmitteln“, die seit Beginn des Waffenstillstands im Oktober 2025 angeblich ins Land gelangt seien, „das Vierfache des Nahrungsbedarfs der Bevölkerung ausmachen“.
Die angebliche „Vervierfachung“ der Lebensmittellieferungen entsprechend dem von Israel im Waffenstillstandsabkommen vereinbarten Anzahl von Hilfsgüter-Lkws (etwa 600 Lkw pro Tag, von denen nur etwa 200 in den Grenzübergangsmanifesten aufgeführt sind), die Israel systematisch unterschritten hat. Nach Angaben des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) deckten die Rationen im gesamten Januar „100 % des täglichen Mindestkalorienbedarfs“, eine Quote, die im folgenden Monat auf 75 % sank. Darüber hinaus blieb die Zahl der Lkw, die tatsächlich Hilfsgüter entladen durften, laut den wöchentlichen Lageberichten des OCHA aus den letzten Monaten durchweg hinter den an den Grenzübergängen registrierten Zahlen zurück.
Jetzt, da die Welt mit dem Angriff auf den Iran beschäftigt ist, befürchten die Palästinenser, dass die weltweite Beachtung ihrer Lage zurückgeht. die Welt nicht bemerken wird, was mit den Palästinensern geschieht. Vor Ort wurden die israelischen Militäroperationen seit der „Einigung“ zwischen Israel und der Hamas auf einen Waffenstillstand im Oktober 2025 nie eingestellt. In den Gebieten Gazas, die sich noch unter israelischer Kontrolle befinden und durch die sogenannte „Gelbe Linie“ abgegrenzt sind, die Gaza grob in in zwei Hälften teilt, werden weiterhin systematisch Häuser zerstört. Viele Bewohner, die versucht haben, in ihre Häuser in der Nähe der Gelben Linie zurückzukehren, wurden von israelischen Streitkräften sofort erschossen, während die Bewohner der nahe gelegenen Vertriebenenlager weiterhin täglich Explosionen hören.
Laut dem täglichen Bericht des Gesundheitsministeriums steigt die Zahl der Opfer weiter an, während jeden Tag Dutzende Verletzte in die Krankenhäuser von Gaza eingeliefert werden. Auch im gesamten Westjordanland geht im Schatten des Iran-Krieges die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser ungebrochen und verschärft weiter. Das meldet unter anderen die israelische Menschenrechtsorganisation „Jesch Din" („Es gibt Recht").
Weitsichtig haben die Initiatorinnen und Initiatoren der neuen Organisation "Palästina muss leben!" in Solidarität International deren Gründung im Dezember 2025 vorbereitet. Gerade in einer Situation wie der jetzigen ist sie ein fester und verlässlicher Anziehungspunkt. Auch für all denjenigen, die in der riesigen Solidaritätswelle für Palästina aktiv geworden sind und jetzt nach weiterer Orientierung und Aktivitäten suchen.
Mahmoud Atiq, Presssesprecher von „Palästina muss leben“ berichtet über Telefongespräche mit Verwandten in Gaza: „Meine Verwandten leben mit zwei Kindern in einem Zelt. Sie müssen jeden Tag mehrere Stunden für einen Kanister Wasser anstehen. 1 Million Menschen lebt in zerrissenen Zelten oder auf der Straße. Die Menschen haben kaum Geld, die Preise sind sehr hoch.“ Und weiter: "Ein zentrales Ziel ist der Wiederaufbau des Al-Awda-Gesundheitsnetzwerkes in Gaza, ein Projekt der ICOR, und aktuelle medizinische Nothilfe. Wir wollen Teams von Ärztinnen, Ärzten und anderen medizinischen Mitarbeitern entsenden. Wir haben bereits viele Brigadisten gewonnen, die ehrenamtlich Zeit für den Wiederaufbau einsetzen wollen, sobald dies möglich ist."
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Ein Highlight der Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit wird die Filmveranstaltung der Gelsenkirchener Gruppe „Palästina muss leben!" am 29. März 2026 um 15:00 Uhr im Kultursaal Horster Mitte in Gelsenkirchen. Gezeigt wird der auf der Berlinale 2026 preisgekrönte Film „Little Palestine – diary of a siege – Tagebuch einer Belagerung". Mehr dazu hier und demnächst wird es weitere Informationen geben,