Preistreiberei
Ölspekulation treibt nicht nur den Benzinpreis hoch – was tun?
Die durch Spekulation hochgetriebenen Ölpreise wirken sich nicht nur auf die Benzinpreise aus, sondern werden wegen des Merit-Order-Prinzips (Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis und Festlegung des Strompreises durch den höchsten Gaspreis am Markt) zu einer allgemeinen Energiepreissteigerung führen.
So sind die europäischen Erdgaspreise seit Anfang März schon um mehr als 20 Prozent und der durchschnittliche Strompreis für Neukunden um etwa 5 Prozent gestiegen. Außerdem werden die Preise bald auf breiter Front anziehen, weil Branchen wie z.B.die Transport- oder die Chemieindustrie, die Öl oder Benzin als Rohstoffe verbrauchen, ihre höheren Kosten auf die Massen abwälzen und weitere Extras drauf schlagen werden. Außerdem gehen viele Halbfertigwaren, die mit oder aus Öl produziert werden, in die Lieferkette so gut wie aller Waren ein, die dann auch teurer werden.
Es ist also wieder an der Zeit, einen Lohnnachschlag zu fordern. Und an die Regierung Forderungen zu stellen: Durch Steuern auf Übergewinne eingenommene Mehreinnahmen können z.B. zur Erhöhung der Pendlerpauschale verwendet werden. Auch Energiepreisbremsen könnten sinnvoll sein, wenn sie wirklich zu Lasten der Monopole gingen, d.h. ohne „Ausgleichzahlungen“ an sie. Massensteuern müssen generell gesenkt werden, besonders aber die hohen Energie- und Mehrwertsteuern bei Benzin. Und bei diesem ganzen Ölpreis-Chaos wird mehr als deutlich: Die Umstellung auf erneuerbare Energien ist dringlicher denn je.