Streik
Lufthansa-Piloten fordern verhandlungsfähiges Angebot
Heute und morgen hat die Vereinigung Cockpit (VC) die Pilotinnen und Piloten zu Streikmaßnahmen bei der Lufthansa Passage, Lufthansa Cargo und Lufthansa CityLine aufgerufen. Es geht um die Verbesserung der betrieblichen Altersvorsorge.
Ausgenommen von den Streiks sind die Nahost-Flüge, um die Rückkehr der vom Krieg betroffenen Deutschen nicht zu behindern.
Der Hintergrund für die Eskalation ist die Kritik des VC an der Konzernstrategie. Diese zielt darauf ab, mit neuen Flugbetrieben wie City Airlines und Discover die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten bei den älteren Konzerngesellschaften zu verschlechtern und erkämpfte Rechte zu schleifen. So erhielten bis 2017 die Piloten eine klassische Betriebsrente mit garantierten Auszahlungen. Diese wurde auf Druck der Lufthansa „durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt, das das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehlt“¹.
„Wir haben lange genug ohne Angebot verhandelt“, sagt Arne Karstens, Sprecher der Group-Tarifkommission (GTK). Diese wurde vom VC gegründet, um die Interessen der aller Pilotinnen und Piloten der Lufthansa Group flugbetriebsübergreifend zu bündeln. „Sieben Verhandlungsrunden, lange Bedenkzeiten und sogar ein vermittelndes Angebot – all das hat der Arbeitgeber verstreichen lassen. Jetzt reden wir erst weiter, wenn ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt.“¹
Mit ihrer gewerkschaftlichen Organisierung und dem Streik als schärfsten Kampfmittel machen sich auch die relativ gut bezahlten Piloten die Erfahrungen der Arbeiterbewegung zunutze. Sie tragen damit dazu bei, dass die Automobil-, Stahl- und andere Arbeiter und Angestellte um ihre Arbeitsplätze, aber auch um den Frieden und Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und gegen die faschistische Gefahr über Konzern- und Ländergrenzen hinweg kämpfen.