Merz verplappert sich

Merz verplappert sich

"Kein Mengen-, sondern ein Preisproblem"

„Durch die Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran werden die Rohöl-Lieferungen stark eingeschränkt. Deshalb steigen jetzt die Benzinpreise.“ Das ist zurzeit das allgegenwärtige Narrativ der bürgerlichen Politiker und fast aller Medien über die Hochsprünge unserer Rechnungen an den Zapfsäulen.

Von ba

Mit dieser Begründung hatte auch US-Präsident Trump die Internationale Energie-Agentur (IAE) dazu genötigt, seine Mitgliedsländer aufzufordern, 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Reserven freizugeben, um die Folgen des „knappen Öls“ durch den Iran-Krieg abzumildern. Umgehend beteiligten sich 32 Länder daran, auch Wirtschaftsmi-nisterin Reiche sagte die Freigabe von 19,5 Millionen Barrel zu.

 

In bemerkenswerter Weise – allerdings von den meisten Medien schamhaft verschwiegen – äußerte sich dazu Kanzler Merz auf seiner Norwegen-Reise. Zunächst wetterte er gegen die teilweise Aufhebung der Sanktionen gegen den Kauf russischen Öls durch US-Präsident Trump (natürlich auch wegen „knappen Öls“), weil dadurch Russlands Krieg gegen die Ukraine belohnt werde. Dann allerdings verplapperte sich Merz. Er plauderte aus: "Es gibt im Augenblick ein Preisproblem, aber kein Mengenproblem."

 

Die Spitzenpolitiker Deutschlands wissen offenbar sehr genau, dass Deutschland nur relativ geringe Mengen Öl aus dem Nahen Osten bezieht, und dass die Mineralölkonzerne noch große Reserven haben. Woher rührt aber dann das Preisproblem, Herr Merz? Dazu schweigt er lieber. Sonst müsste er die riesigen Spekulationsgewinne angreifen, die die Mineralöl-Multis einsacken.

 

PS: Natürlich gibt es für viele Länder aus Asien, die einen überwiegenden Teil ihres Öls aus dem Nahen Osten beziehen, auch aktuell schon ein Mengenproblem. Da will Trump offenbar Druck aus dem Kessel der Verärgerung mit seinem Krieg nehmen.